Proteste gegen US-Präsidentschaftskandidat Mauern gegen Trump

Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko ist eine zentrale Forderung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Seine Gegner zeigen nun bei Protesten in Cleveland und Hollywood, was sie davon halten.

REUTERS

Zahlreiche Menschen haben beim Parteitag der US-Republikaner gegen die Einwanderungspolitik von Donald Trump protestiert. Etwa hundert Demonstranten trugen mit Ziegelsteinen bemalte Laken und bildeten so nahe der Parteitagshalle in der Innenstadt von Cleveland eine "Mauer gegen Trump".

Trump wurde am Dienstag offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt. Mit seiner Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko findet er Zustimmung bei Anhängern - und wird von seinen Gegnern heftig kritisiert.

Auch in Los Angeles gab es eine Aktion gegen Trump: Sein Stern auf dem berühmten Walk of Fame bekam dort eine eigene Mauer. Ein Straßenkünstler, der sich Plastic Jesus nennt, errichtete das rund 15 Zentimeter hohe Gebilde inklusive Stacheldraht, US-Fähnchen und "Keep Out"-Schildern. "Ich habe die Mauer selbst gebaut und bezahlt. Kein Geld aus Mexiko", schrieb der Künstler auf seinem Twitteraccount.

Damit spielte er auf Trumps Äußerungen an, er werde die mexikanische Regierung dazu zwingen, den Bau der Mauer zu bezahlen. Der Immobilienunternehmer behauptet immer wieder, aus Mexiko würden zahlreiche Verbrecher in die USA kommen. Er sagt über die Bevölkerung in Mexiko Sätze wie: "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger."

Wie der Sender KTLA berichtete, war die Mauer um Trumps Stern schon nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Die Plakette, gleich neben der von Schauspieler Kevin Spacey, befindet sich in einem Straßenblock vor dem Hollywood & Highland Center, wo unter anderem die Oscar-Show stattfindet. Der Republikaner wurde damit 2007 für seine Fernsehsendungen ausgezeichnet.

18 Festnahmen in Cleveland

Vor Beginn des viertägigen Parteitags waren massive Proteste befürchtet worden. Bisher blieb die Situation in der Stadt auch durch massive Polizeipräsenz mit mehreren Tausend Beamten und großflächige Absperrungen friedlich. Am Mittwochabend nahm die Polizei allerdings eigenen Angaben zufolge 18 Menschen fest: Eine Demonstrantin der "Revolutionary Communist Party" hatte demnach eine Fahne angezündet, die Flammen seien auf ihn und weitere Demonstranten übergegriffen.

Zwei Beamte seien leicht verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach wenigen Minuten sei die Situation unter Kontrolle gewesen. Die Demonstranten müssten sich den Angaben zufolge wegen Beleidigung, Widerstand gegen eine Festnahme und die Weigerung, eine Demonstration aufzulösen, verantworten.

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aar/dpa

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