Großbritannien Opposition nennt Trump-Einladung "furchtbar"

Das britische Parlament hat über Donald Trumps geplanten Staatsbesuch debattiert. Aus allen Parteien gab es heftige Kritik, auch auf der Straße wurde protestiert.
Protest vor dem Parlament

Protest vor dem Parlament

Foto: JUSTIN TALLIS/ AFP

Mehr als 1,8 Millionen Briten haben sich in einer Petition gegen einen Staatsbesuch des neuen US-Präsidenten Donald Trump in Großbritannien ausgesprochen. Nun musste das Parlament über die Angelegenheit debattieren - dabei nutzte nicht nur die Opposition die Gelegenheit zur Kritik.

Die Labour-Opposition bezeichnete die Einladung an Trump als verfrüht und als "furchtbaren Fehler". Dahinter stehe der "verzweifelte" Wunsch der konservativen Regierung unter Premierministerin Theresa May, angesichts des geplanten EU-Austritts ein exklusives Handelsabkommen mit den USA abzuschließen.

Der Labour-Abgeordnete Paul Flynn sagte: "Das würde den Eindruck erwecken, das britische Parlament, das britische Volk, der britische Souverän würde das Handeln von Donald Trump befürworten." Selbst der konservative Parlamentssprecher John Bercow schloss aus, den US-Präsidenten ins Unterhaus einzuladen und warf ihm Sexismus und Rassismus vor.

Während der Debatte demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Parlamentsgebäude gegen den geplanten Staatsbesuch. Sie kritisierten ein "schädliches Zusammenwirken" von Premierministerin Theresa May und Trump.

May hatte bei ihrem Besuch in den USA dem Präsidenten die Einladung zum Staatsempfang mit voller zeremonieller Ehrung im Namen der Queen überbracht. Anschließend versuchten fast zwei Millionen Briten, den Staatsbesuch mit einer Petition zu verhindern. Begründung: Man müsse die Queen vor Trump schützen. Erreicht haben sie damit zumindest, dass am Montag im Parlament debattiert wurde.

Doch die Entscheidungsgewalt darüber, wer zum Staatsbesuch geladen wird, liegt in erster Linie bei der Regierung. Und die hält trotz heftiger Kritik an ihrem Plan fest: "Wir freuen uns darauf, Präsident Trump willkommen zu heißen, sobald die Termine und Vorbereitungen stehen."

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SPIEGEL ONLINE
asc/dpa/AFP
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