Stefan Kuzmany

Donald Trumps dreiste Russland-Ausrede Zu dumm zum Lügen

US-Präsident Donald Trump versucht mit einer hanebüchenen Ausrede, seine verheerende Absolution Putins rückgängig zu machen - und schafft es nicht einmal, diese vorzulesen wie geplant.

Immer wenn man glaubt, dieser Mann könne nicht noch tiefer sinken, beweist Donald Trump das Gegenteil. Dabei schien der peinliche Auftritt des US-Präsidenten neben seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Helsinki kaum unterbietbar: Trump, gefragt, ob er dem Russen hier und heute vor der Weltöffentlichkeit die Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 vorhalten und ihn vor jeder Wiederholung warnen wolle, antwortete mit einer für den Inhaber des höchsten Amts der USA ungeheuerlichen Gleichsetzung: Seine Leute hätten ihm gesagt, Russland habe manipuliert. Putin habe ihm gesagt, Russland sei es nicht gewesen. Und dann sprach Trump: "Ich sehe keinen Grund, warum Russland es gewesen sein sollte." Er habe "Vertrauen in beide Seiten".

Die Empörung folgte prompt: Der US-Präsident glaubt nicht den eigenen Leuten, sondern eher dem Mann, der die russischen Manipulationsversuche befohlen hat? Landesverrat auf offener Bühne, begangen vom Staatsoberhaupt persönlich. Selbst im eigenen Lager fanden sich kaum noch Politiker, die Trump da folgen wollten.

Doch fast noch schlimmer ist Trumps Versuch, diesen politischen Totalausfall ungeschehen zu machen. Offenbar unter dem großen Druck der aufgebrachten Öffentlichkeit, in begründeter Sorge um Massenkündigungen bei den amerikanischen Sicherheitsbehörden und augenscheinlich genötigt von seinen Beratern verlas Trump eine Erklärung, in der er sich von den eigenen Worten distanzierte. Er habe sich in Helsinki versprochen. Sagen wollen habe er: "Ich sehe keinen Grund, warum Russland es nicht gewesen sein sollte."

Das ist in ihrer ganzen Offensichtlichkeit die dreisteste und dümmste Lüge, die Trump in seiner bisherigen Amtszeit verbreitet hat. Schon allein die Art und Weise seines Vortrags verriet ihn: Wie mit vorgehaltener Pistole las Trump sichtlich widerwillig vom Papier ab, er akzeptiere die Schlussfolgerungen der amerikanischen Geheimdienste. Und schob dann improvisierend eine Einschränkung nach, die das eben Gesagte sofort wieder ins Gegenteil verkehrte: "Könnten auch andere Leute gewesen sein, es gibt eine Menge Leute."

Seine eigene Großartigkeit

Nicht nur ist Donald Trump unfähig, dem russischen Präsidenten gegenüber klar Stellung zu beziehen. Nicht nur ist er außerstande, seinen eigenen Beamten das Vertrauen auszusprechen. Nein, er hält offensichtlich seine Wähler und die gesamte Weltöffentlichkeit für so dumm, dass sie ihm eine Ausrede abnehmen, mit der sich nicht einmal ein Grundschüler vor seinen Hausaufgaben drücken könnte. Und schafft es noch nicht einmal, diese dünne Ausrede vom Papier abzulesen, ohne sie durch haltloses Geplapper sofort zu zerstören.

"THERE WAS NO COLUSION" hat Trump noch dick mit Filzstift und in falscher Rechtschreibung ins Manuskript für seinen Lügenauftritt geschmiert, als könne er sonst vergessen, was er schon unzählige Male gesagt hat: Es habe keine Zusammenarbeit seiner Kampagne mit den Russen gegeben. Dass es darum gar nicht geht, und dass Manipulation sogar noch erfolgreicher sein kann, wenn der Manipulierte davon gar nichts mitbekommt? Spielt keine Rolle. Die Tatsache der russischen Einmischung kann Trump nicht akzeptieren, weil das seinen grandiosen Wahlerfolg in Zweifel ziehen würde. Es geht ihm nicht um sein Land, es geht ihm allein um die eigene Großartigkeit.

Donald Trump hält sich für ein "stabiles Genie". Amerikanische Präsidenten vor ihm hätten sich von anderen Nationen über den Tisch ziehen lassen, die USA seien so zum Gespött geworden - so behauptet er immer wieder. Tatsächlich jedoch ist Donald Trump, man kann es leider nicht anders sagen, ein Trottel. Und erst seit er Präsident ist, könnte die Welt laut lachen über die armen USA, die sich so einen Trottel ins Weiße Haus gesetzt haben. Wenn es nicht so verdammt traurig wäre.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.