Asean-Gipfel in Manila Donald Trump hat Probleme beim Händeschütteln

Es sollte eine symbolische Geste sein, kraftvoll und solidarisch. Doch US-Präsident Trump scheiterte beim Asean-Gipfel auf den Philippinen an der - zugegeben - anspruchsvollen Koordinationsübung.

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Die Philippinen sind die letzte Station für Donald Trump auf seiner langen Asienreise. Der Südostasiengipfel in Manila begann am Montag begleitet von Krawallen. Tausende Demonstranten zogen durch die Straßen der Hauptstadt, um gegen den Besuch des US-Präsidenten zu demonstrieren. Trump selbst hatte mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen - der korrekten Ausführung eines symbolischen Handschlags, dem "Asean-way-Handshake".

Man verschränkt dabei die Arme vor der Brust, der Nebenmann ergreift sie jeweils mit seinerseits verschränkten Armen - entstehen soll das symbolische Bild einer kraftvoll untergehakten, eng zusammenstehenden Gruppe.

Trump war darauf entweder nicht vorbereitet - oder überrascht. Als er merkte, dass er die Reihe durcheinanderbrachte, versuchte er sich rasch zu korrigieren. Er stand schließlich schief in der Reihe zwischen dem vietnamesischen Premier Nguyen Xuan Phuc und dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte. Der Handschlag war für Trump auch deswegen nicht ganz einfach, weil er körperlich deutlich größer ist als die neben ihm Stehenden.

Donald Trump in Manila
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Donald Trump in Manila

Neben dem US-Präsidenten nehmen auch weitere Staats- und Regierungschef aus anderen Weltregionen an dem Südostasien-Gipfel teil, darunter Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Asean feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen. Der Gemeinschaft gehören insgesamt zehn Staaten an.

Gipfelgastgeber Duterte appellierte an die Teilnehmer, im Kampf gegen internationalen Terrorismus und auch gegen Drogenkriminalität zusammenzustehen. Terrorismus bedrohe Frieden und Stabilität der gesamten Region. Drogenhandel gefährde das "Fundament unserer Gesellschaften". Duterte ist wegen seines brutalen Vorgehens gegen Drogenkriminelle mit Tausenden Toten höchst umstritten.

Ein weiteres Thema ist der brisante Streit mehrerer Asean-Staaten mit China um Gebiete im Südchinesischen Meer. Dazu sollen möglichst rasch Verhandlungen über einen Verhaltenskodex aufgenommen werden. "Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, Fehlkalkulationen zu vermeiden, die zu einer Eskalation der Spannungen führen können", heißt es in der Erklärung. (Mehr zum Streit im Südchinesischen Meer lesen Sie hier.)

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Im Entwurf für die Abschlusserklärung äußerten die Asean-Länder zudem "große Sorge" über den Koreakonflikt. Sie forderten Machthaber Kim Jong Un auf, sein Atomprogramm aufzugeben und alle Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats einzuhalten.

dop/dpa



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