Künftige US-Regierung Trump-Beraterin mischt sich in Außenminister-Streit ein

Kellyanne Conway ist eine der wichtigsten Beraterinnen des designierten US-Präsidenten Donald Trump. Auch die Vorliebe für Politik per Twitter teilt sie offenbar: Das musste nun Mitt Romney erfahren.

Kellyanne Conway Mitte November
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Kellyanne Conway Mitte November


Wer wird der neue US-Außenminister unter Präsident Donald Trump? Seit Tagen werden der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, sowie der Ex-Bürgermeister New Yorks, Rudy Giuliani, als heiße Kandidaten gehandelt. Doch Trump hielt sich nach Gesprächen bisher bedeckt.

Nun bezieht seine Chefberaterin ungewöhnlich offen Position - und zwar deutlich gegen Romney. In einem Tweet schreibt Kellyanne Conway, sie habe in sozialen Netzwerken und persönlichen Schreiben eine Flut an Kommentaren gegen Romney erhalten. "Einige Trump-Anhänger warnen vor Romney als Außenminister."

Verlinkt ist ein Artikel des Nachrichtenportals "Politico", in dem die Republikaner Mike Huckabee und Newt Gingrich ihren Unmut gegen Romney äußern. Sie hätten nicht vergessen, dass er sich im Wahlkampf klar gegen Trump gestellt hatte.

Romney, der 2012 selbst als Präsidentschaftskandidat der Republikaner angetreten war und gegen Barack Obama unterlag, war tatsächlich einer der härtesten Kritiker Trumps. Er hatte ihn als rassistisch und sexistisch bezeichnet und angekündigt, ihn nicht zu wählen.

Romney zählt zu den moderaten Republikanern, sein Konkurrent Giuliani zu den Hardlinern der Partei. Zudem ist Giuliani einer der loyalsten Trump-Unterstützer. Conway bezieht nicht offen Partei für ihn, in einem weiteren Tweet erinnert sie aber an die Kompetenzen ehemaliger Außenminister, darunter deren Loyalität.

Conway verteidigte ihre Tweets gegenüber CNN damit, dass sie nur öffentlich die Position vertrete, die sie gegenüber Trump und dem künftigen Vizepräsidenten Mike Pence bereits geäußert habe.

Zudem versuchte sie den Eindruck zu widerlegen, sie selbst sei gegen die Personalie Romney. Sie sei von dem Ausmaß der Ablehnung gegenüber Romney getroffen, sagte sie CNN. An der Basis fielen Begriffe wie "Verrat".

Neben Romney und Giuliani sind auch der ehemalige Uno-Botschafter John Bolton, Senator Bob Corker und der ehemalige US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, als Außenminister im Gespräch.

Lesen Sie hier, welche Kandidaten Trump für sein neues Kabinett bereits nominiert hat.

sun



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
kuac 25.11.2016
1.
Gibt es denn in USA keine fähige Leute ausserhalb des Establishments? Warum nominiert Trump immer Leute vom Establishment? Diese Leute sind doch alle korrupt und verantwortlich für die Probleme, die Trump versprochen hat, zu beseitigen. Oder, habe ich das alles falsch verstanden?
nongsri 25.11.2016
2. Warum
ist Mitt Romney ueberhaupt, nach seiner Salt Lake City Rede: (https://www.youtube.com/watch?v=MMR6mgTv8dU) als Aussenminister im Gespraech mit Trump? Eine bessere Zusammenfassung von Trumps (Un)faehigkeit, Praesident der USA zu sein, hat kein demokratische/r PolitiherIn oder sonstiger Trump- Gegner geliefert!
thequickeningishappening 25.11.2016
3. Man festigt seine Stellung
in dem man auch seine Gegner in die Regierung einbindet. Romney waere gut fuer Secretary of State, Giuliany weiss wie Komunalpolitik funktioniert; Er sollte Minister fuer die Regelung von Beziehungen zwischen Bund und Komunen werden!
dunnhaupt 25.11.2016
4. Der Chef sucht sich seine Mitarbeiter aus
Als langjähriger Firmenchef geht Trump die Auswahl von Mitarbeitern offensichtlich leichter von der Hand als Frau Clinton, die damit seit Jahren Schwierigkeiten hatte. Im Gegensatz zu Clinton liegt Trump offensichtlich weniger an politischer Orientierung als an Fachkenntnissen. Doch alle müssen sich erst noch einer intensiven Befragung seitens der Senatoren BEIDER Parteien unterziehen. Von Abnicken ist im Senat keine Rede.
ratxi 25.11.2016
5. ...wohl gegen null
Nun, wenn dem so ist, dass die Personalie Romney Unmut bei vielen Republikanern erregt, ist das doch kaum eine Meldung wert. Dass Romney "als Aussenminister gehandelt" wird, entspringt sicherlich nicht irgendwelchen republikanischen Quellen. Nach dessen Aussagen und Handlungen im Wahlkampf dürften seine realistischen Chancen auf den Posten wohl gegen null gesunken sein. Wirkliche Einmischung Conway´s erkenne ich hier nicht.
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