Britischer Außenminister Johnson hält Trump für nobelpreiswürdig

Donald Trump wäre ein guter Friedensnobelpreisträger, sagt der britische Außenminister Boris Johnson - unter zwei Bedingungen.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: YURI GRIPAS/ AFP

Weltweit warten Regierungen auf den Tag, an dem US-Präsident Donald Trump entscheiden will, ob er den Iran-Atomdeal platzen lässt. Sollten die USA tatsächlich wieder Sanktionen gegen Teheran einführen, käme dies einem Ausstieg aus dem 2015 international geschlossenen Atomabkommen gleich.

Vor dem Hintergrund muss man wohl die jüngste, schmeichlerische Aussage des britischen Außenministers Boris Johnson in Richtung Trump verstehen. Der britische Chefdiplomat sagte über den US-Präsidenten: Er sei unter bestimmten Voraussetzungen eines Friedensnobelpreises würdig.

"Wenn er Nordkorea in Ordnung bringen kann und auch das Atomabkommen mit Iran, dann sehe ich nicht, warum er ein weniger geeigneter Kandidat sein sollte als der Friedensnobelpreisträger Barack Obama, der ihn bekommen hat, bevor er irgendetwas gemacht hat", sagte Johnson dem britischen Sender Sky News.

Boris Johnson

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Auch Macron und Merkel redeten Trump gut zu

Obama hatte den Friedensnobelpreis 2009 nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt als US-Präsident bekommen. Die rasche Zuerkennung löste Kontroversen aus. Obama war für die Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern ausgezeichnet worden. Auch sein Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen spielte bei der Zuerkennung des Friedensnobelpreises eine Rolle.

Ob Johnsons Appell den US-Präsidenten noch beeinflussen kann? Trump kündigte am Montagabend jedenfalls an, seine Entscheidung bereits am Dienstag bekanntzugeben.

Johnson hält sich zurzeit in den USA auf, um mit Vertretern der US-Regierung über die Konflikte mit Iran, Nordkorea und Syrien zu sprechen. Ein Treffen mit Trump ist nicht geplant.

Vor Johnsons Schmeichelei redeten zuletzt schon Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel auf Trump ein, er möge in der Iran-Frage zu den vereinbarten internationalen Verpflichtungen stehen.

Am Montag hatten Deutschland und Frankreich erneut vor einem Platzen des Atomabkommens gewarnt. Beide Außenminister erklärten aber auch, an der Übereinkunft festzuhalten, falls die USA aussteigen sollten.

cht/dpa