Donald Trump attackiert Jeff Sessions "Ich habe keinen Justizminister"

Der US-Präsident verschärft den Ton gegen seinen Justizminister: Er sei unzufrieden mit Jeff Sessions' Arbeit, sagte Donald Trump. Dabei gehe es nicht mehr bloß um dessen Verhalten in der Russlandaffäre.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Schon mehrfach hat US-Präsident Donald Trump seinen Justizminister Jeff Sessions kritisiert, Ende Mai bereute er dessen Ernennung sogar öffentlich. Bei der Kritik ging es bisher vor allem um die Tatsache, dass sich Sessions wegen Befangenheit aus den Ermittlungen in der Russlandaffäre zurückgezogen hat. Nun legte Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender Hill.TV  noch einmal besonders heftig nach.

Sessions sei abwesend und mache sich in seiner Rolle als oberster Jurist des Landes schlecht, sagte Trump. "Ich habe keinen Justizminister. Das ist sehr traurig." Der US-Präsident kritisierte auch ganz allgemein die Arbeit Sessions' - und nicht mehr nur in Bezug auf die Russlandermittlungen: "Ich bin nicht glücklich mit zahlreichen Dingen, nicht nur mit diesem Fall", sagte Trump. Konkret nannte er die Grenzpolitik.

Sessions hatte sich kurz nach Amtsantritt wegen seiner Rolle in Trumps Wahlkampfteam in den Ermittlungen zur Russlandaffäre für befangen erklärt und sich daraus zurückgezogen. Die Oberaufsicht über die Russlandermittlungen führt seitdem Vizejustizminister Rod Rosenstein. Er setzte im Mai 2017 Robert Mueller als Sonderermittler ein.

Anfang August forderte Trump Sessions dazu auf, die Untersuchungen von Mueller wegen der möglichen russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 umgehend zu stoppen. Mueller sei in der Sache vollkommen voreingenommen, und sein Team mache "eine schmutzige Arbeit, die eine Schande für die USA" sei, twitterte Trump. Sessions ist allerdings der falsche Adressat, er ist für Mueller gar nicht zuständig.

Im Juli sagte Trump in einem Interview mit der "New York Times", er hätte Sessions nicht mit dem Ministerposten betraut, wenn er gewusst hätte, dass dieser sich in der Russlandaffäre für befangen und damit für nicht zuständig erklären würde.

Jeff Sessions

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Trumps Berater hatten ihm von einer Entlassung des Justizministers abgeraten, weil diese einen Umsturz in den Ermittlungen zur Russlandaffäre nach sich ziehen könnte. Republikanische Senatoren sagten außerdem, sie würden die Ernennung eines neuen Justizministers nicht bekräftigen. Der Senator für South Carolina, Lindsey Graham, sagte vor wenigen Wochen, Trump verdiene einen Justizminister, dem er vertraue.

Im TV-Interview sagte Trump nun auf die Frage, ob er Sessions entlassen werde: "Wir werden sehen, was passiert. Viele Menschen haben mich gebeten, es zu tun. [...] Ich bin sehr enttäuscht von Jeff. Sehr enttäuscht."

mal/AP
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