Tödlicher Unfall in Großbritannien Trump kündigt Befragung von verdächtiger US-Diplomatengattin an

Die Ehefrau eines US-Diplomaten soll in Großbritannien einen tödlichen Unfall verursacht haben. Sie verließ daraufhin das Land - die Briten sind empört. Jetzt sagt US-Präsident Trump: "So etwas kann passieren."

US-Präsident Donald Trump: "Ein schrecklicher Unfall"
Evan Vucci/AP

US-Präsident Donald Trump: "Ein schrecklicher Unfall"


In den Fall des Unfalltods eines jungen Briten schaltet sich jetzt US-Präsident Donald Trump ein. Laut britischer Polizei könnte die Frau eines US-Diplomaten am Steuer des Unfallwagens gesessen haben. Die 42-Jährige werde offiziell verdächtigt, hieß es. Das Problem: Die Frau hat mittlerweile das Land verlassen - und sorgt deshalb für große Aufregung in Großbritannien.

Trump nannte das Geschehene "einen schrecklichen Unfall" und kündigte an, dass die amerikanischen Behörden mit der Fahrerin sprechen würden. Die Frau sei auf der falschen Straßenseite gefahren, deshalb sei es zum Zusammenstoß gekommen. "Und so etwas kann passieren", meinte Trump. Vor Journalisten erklärte er, dass man in Großbritannien auf der linken Straßenseite fahre, während in den Vereinigten Staaten auf der rechten Seite gefahren werde.

Britischer Premierminister fordert Rückkehr der Diplomatengattin

Ende August war der 19-jährige Harry Dunn mit seinem Motorrad unterwegs, als er nahe einer britischen Militärbasis in Oxford mit einem Auto zusammenstieß. Auf dem Militärgelände arbeiten auch Kräfte der US-Luftwaffe. Dunn starb kurz nach der Kollision im Krankenhaus.

Viele Briten sehen den Fall nicht als erledigt an. Das Büro des britischen Premierministers teilte mit, Boris Johnson habe am Mittwoch in dieser Angelegenheit mit Trump gesprochen und ihn aufgefordert, die betreffende Person nach Großbritannien zurückkehren und mit der Polizei zusammenarbeiten zu lassen, damit "Harrys Familie Gerechtigkeit erfahren kann".

Bereits am Montag hatte Johnson gesagt, die diplomatische Immunität, die eigentlich für die Abgesandten anderer Länder gilt, sei für solche Fälle nicht vorgesehen. Die mutmaßliche Unfallfahrerin habe ihren Schutz vor Strafverfolgung zu Unrecht genutzt, um außer Landes zu gelangen.

Trump äußerte sich noch nicht zu der Möglichkeit, die Immunität der Frau aufzuheben und eine Anklage in Großbritannien zuzulassen. Er sagte lediglich, seine Regierung werde "schauen, was wir uns einfallen lassen können".

Die Mutter des getöteten 19-Jährigen ist über das Verhalten der Verdächtigen verärgert. Anfang dieser Woche sagte sie über die Fahrerin: "Wenn sie hier geblieben wäre und sich uns gestellt hätte, hätte ich ihr vergeben können. Aber ihr das Abhauen verzeihen, das kann ich noch lange nicht."

jki/AP

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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
claus7447 10.10.2019
1. Es entspricht dem IQ von Donny!
Das nun mal in GB auf der linken Seite feharen wird, weiß nun jeder, der a. dort war, b. dort Autofahrten will. Wenn Donny das als Ausfall sieht, dann spricht das nur dafür, wie vieles andere, das er seinem Amt bei weitem nicht gewachsen ist und in ein Heim gehört. Im übrigen hat er, laut WP bereits angekündigt, das die Ehefrau nicht nach GB zurückkehren wird!
Kaffeeforyou 10.10.2019
2.
Was für eine Feststellung von Trump dass man in GB links und in den USA rechts fährt. Auch in den USA darf man bei einem verursachten Unfall nicht weg fahren. Gerade bei so einem schweren Unfall. Trump müsste ganz schleunigst die Unfall verursacherin nach GB verfrachten u d das ganze nicht verharmlosen.
muellerthomas 10.10.2019
3.
Zitat von claus7447Das nun mal in GB auf der linken Seite feharen wird, weiß nun jeder, der a. dort war, b. dort Autofahrten will. Wenn Donny das als Ausfall sieht, dann spricht das nur dafür, wie vieles andere, das er seinem Amt bei weitem nicht gewachsen ist und in ein Heim gehört. Im übrigen hat er, laut WP bereits angekündigt, das die Ehefrau nicht nach GB zurückkehren wird!
Klar, ist ja auch eine US-Bürgerin so wie auch ASAP Rocky und zudem haben die USA schon so viel für UK getan und UK nichts für die USA.
Humanfaktor 10.10.2019
4. Flüchtende mit Diplomatenstatus
Kein Einzelfall. Die Immunität des Diplomatenstatus hat schon häufiger dazu geführt, dass Strafverfolgungen unmöglich waren. Das findet im Übrigen weitaus häufiger im Irak, Afghanistan und anderen Krisenregionen statt. Dort schert sich meist auch keine ausländische Presse darum, weshalb diese Fälle stillschweigend unter den Teppich gekehrt werden können. Dass die Briten das nicht mit sich machen lassen wollen ist das eine, aber will man auch einen Präzedenzfall schaffen? "Kann mal passieren", dass jemand auf der falschen Straßenseite fährt und dabei einen anderen Verkehrsteilnehmer, der sich richtig verhält, tötet. Anders gesagt: Shit happens. Und den Ton in der Welt der Angelsachsen geben ja bekanntlich die Stärkeren an. Mal sehe, welchen Deal die sich einfallen lassen, um dem Recht, das sie dafür halten, Genüge zu tun.
chaosimall 10.10.2019
5. Leute, wo leben wir denn?
Es ist das Verhalten von Despoten, mit der Behandlung solcher Einzelfälle Politik zu machen und vom Grundsätzlichen und den eigentlichen Problemen abzulenken. In beiden Ländern gibt es einen Rechtsstaaten, das heist zuständige Institutionen und Gesetze die das regeln. Es ist doch völlig unerheblich was ein Herr Trump oder Johnson dazu denkt.
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