Rede zur Einwanderungspolitik Trump will mit aller Härte gegen illegale Migranten vorgehen

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat gerade seinen Mexikobesuch beendet, da hält er in Arizona die mit Spannung erwartete Rede über Einwanderung. Es geht um Massendeportationen und seine angestrebten ersten Stunden im Oval Office.

Trump im Phoenix Convention Center
AP

Trump im Phoenix Convention Center


Für den Fall, dass er Anfang November zum Präsidenten gewählt wird, werde alles wahnsinnig schnell gehen, verspricht Donald Trump. Mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko werde schon an seinem allerersten Tag als US-Präsident begonnen. Schon in den ersten Stunden seiner Amtszeit werde er dafür sorgen, dass all die kriminellen illegalen Einwanderer aus den USA in ihre Heimatländer zurückgeschickt würden. "Die Kriminalität wird verschwinden. Sie wird verschwinden", sagt Trump. Außerdem werde er schon zu Beginn seiner Amtszeit 5000 zusätzliche Grenzwächter einstellen, die Zahl der Ausweisungsbeamten verdreifachen sowie Wachtürme bauen.

"An meinem ersten Tag im Amt..." - Mit diesen Worten begann Trump in der Nacht zu Donnerstag zahlreiche seiner Sätze. Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner war nach Phoenix im Bundesstaat Arizona gekommen, um vor Anhängern seine mit Spannung erwartete Rede über Einwanderung zu halten.

Im Vorfeld hatte es viele Berichte darüber gegeben, ob Trump womöglich seine strikte Position gegenüber Einwanderern aufweichen könnte, um seine Chancen bei der Wahl am 8. November zu erhöhen. Für seine bisherigen Aussagen über Einwanderer wurde er immer wieder heftig kritisiert. Doch nach der Rede in Phoenix ist klar: Trump bleibt Trump pur.

Trumps Wahlkampf im Video: "Mexiko muss die Mauer bezahlen."

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Mit ihm als Präsident werde die US-Regierung rigoros gegen illegale Einwanderer vorgehen, sagte er. Keiner der elf Millionen Menschen, die sich illegal in den USA aufhielten, könne unter seiner Führung mit Gnade rechnen. An allererster Stelle müsse das Wohl der Amerikaner stehen.

Zum Schluss kamen noch mehrere Frauen auf die Bühne, jede sagte ihren Namen, dass sie Trump unterstütze - und welcher Familienangehörige wann von einem illegalen Einwanderer ermordet worden sei. Eine Frau sagte über diesen Zeitpunkt beispielsweise: "Wenn Trump damals schon Präsident gewesen wäre, wären unsere Grenzen sicher gewesen, und mein Sohn wäre heute noch am Leben."

Peña Nieto und Trump
AFP

Peña Nieto und Trump

Wenige Stunden vor seinem Auftritt in Arizona war Trump zu Besuch in Mexiko-Stadt. Schon zu Beginn seines Wahlkampfs hatte er wiederholt gesagt, er werde eine Mauer an der Grenze bauen lassen - und das Nachbarland im Süden werde dafür bezahlen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto wiederholte Trump: "Jeder Staat muss das Recht haben, eine Mauer oder Barriere an seinen Grenzen zu bauen."

Via Twitter widersprach Peña Nieto seinem amerikanischen Besucher allerdings in einem wichtigen Punkt. Trump hatte gesagt, man habe bei dem Treffen nicht über die Finanzierung der Mauer gesprochen. Bei Peña Nieto klang das hingegen so: "Gleich zu Beginn des Gesprächs habe ich Donald Trump klargemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen wird." Danach habe sich die Unterhaltung auf andere Themen zubewegt und sehr respektvoll entwickelt.

In Arizona sprach Trump in höchsten Tönen über Peña Nieto. Er sei ein großartiger Anführer, und man werde großartig zusammenarbeiten, sagte er. Aber Trump blieb dabei: "Mexiko wird für die Mauer bezahlen. Sie wissen es noch nicht, aber sie werden für die Mauer bezahlen. Zu 100 Prozent."

Peña Nieto meldete sich nach seinem Treffen mit Trump in einem TV-Interview zu Wort. Dabei klang er nicht mehr ganz so versöhnlich wie noch Stunden zuvor bei der gemeinsamen Presskonferenz. Einige von Trumps Vorhaben würden eine große Gefahr für Mexiko darstellen, sagte Peña Nieto. Er habe den Amerikaner eingeladen, um über genau diese Gefahren zu sprechen.

aar/AP/Reuters/dpa

insgesamt 35 Beiträge
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blitzunddonner 01.09.2016
1. das werden harte 4 bis 8 jahre.
das werden harte 4 bis 8 jahre. nicht nur für die usa - für die ganze welt.
ge1234 01.09.2016
2.
Staat muss das Recht haben, eine Mauer zu bauen" Walter Ulbricht würde sich im Grab umdrehen vor lauter Lachen!
mikado17 01.09.2016
3. Er wird gewinnen
Da die Amerikaner mehrheitlich genauso denken wie Trump, wird er auch die Wahl gewinnen.
WwdW 01.09.2016
4. glauben schenken?
Wie kann man Jemandem Glauben schenken der behauptet, dass schon am ersten Tag seiner Amtszeit alles erledigt wird Meine Güte. Der Simplicissimus hat einen Namen.
WwdW 01.09.2016
5. nicht im Grabe umdrehen sondern Party machen
Zitat von ge1234Staat muss das Recht haben, eine Mauer zu bauen" Walter Ulbricht würde sich im Grab umdrehen vor lauter Lachen!
Nene, endlich hätte Walter Ulbricht seine volle Anerkennung für dieses Werk bekommen. Von den USA, AfD und Pegidas.
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