Bei G20-Gipfel Trump kündigt Treffen mit Xi und Putin an

Im Handelskonflikt mit China hat der US-Präsident ein Treffen mit dem chinesischen Präsidenten im Juni angekündigt. Auch den russischen Staatschef wolle er treffen - in Moskau wusste man davon jedoch nichts.

Donald Trump will beim G20-Gipfel in Osaka seine Amtskollegen treffen
Mark Wilson/AFP

Donald Trump will beim G20-Gipfel in Osaka seine Amtskollegen treffen


US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, sich beim bevorstehenden G20-Gipfel Ende Juni im japanischen Osaka unter anderem mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping treffen zu wollen. Das kündigte der US-Präsident am Montag in Washington an.

Die Reaktion aus Moskau war äußerst zurückhaltend. Es lägen bisher keine Informationen dazu vor, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Abend. "Es gab keine Anfragen. Es gibt noch keine Vereinbarungen."

Es wäre das erste Treffen Trumps mit seinem russischen Kollegen nach dem Abschluss der Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller in den USA. Die Ermittlungen hatten keine Beweise für eine Zusammenarbeit Russlands mit dem Wahlkampf-Team Trumps ergeben, den US-Präsidenten aber auch nicht entlastet. Außerdem könnte es bei den Gesprächen um die internationalen Krisen in Venezuela, Iran und Syrien gehen, dort haben die USA und Russland gegenläufige Interessen.

Handelskonflikt mit China

Bei dem Treffen mit Xi wird es unter anderem um den Handelskonflikt beider Länder gehen, der weiter eskaliert. Seit mehr als einem Jahr überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt gegenseitig mit Strafzöllen.

Nachdem am vergangenen Freitag eine erneute Verhandlungsrunde scheiterte, gab die US-Regierung bekannt, die Zölle auf chinesische Waren von zehn auf 25 Prozent zu erhöhen. Betroffen sind Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar. Trump sagte, er könne auch weitere Importe im Wert von 325 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen belegen. Eine Entscheidung darüber habe er aber noch nicht gefällt.

Peking antwortete am Montag mit Zöllen auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Die "Anpassung" sei eine "Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus", so die Behörden in Peking. China hoffe, dass die USA zur bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zurückkehrten.

Trump gab seine Antwort via Twitter. "Es wird niemand in China bleiben, mit dem man Geschäfte machen kann. Sehr schlecht für China, sehr gut für die USA", schrieb er.

hba/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Abahallo! 14.05.2019
1. Viel Glück!
Bald kann er froh sein, und wir alle, wenn überhaupt noch jemand Treffen will mit einem, der eventuell auf dem Rückflug per Twitter alles zurückzieht, was er gerade eingefädelt hatte. Wir Alle hängen viel zu sehr von diesem Glücksritter ab, der eventuell gar nicht weiss, was eine Notwendigkeit ist, oder eine win-win-Vereinbarung. Sein Erfolg beruht wahrscheinlich auf dem Anstand der Anderen. Darauf kann er aber bei Profi-Politikern nicht zählen. Es heisst, weise und umsichtig zu sein.
frankfurtbeat 14.05.2019
2. nach ...
nach den bisherigen Treffen schwirrten tweets durch die Welt wo zuvor Besprochenes entweder umgehend rückgängig gemacht wurde oder Gesprächspartner diskretiert wurden. Wer will denn weiterhin im Kasperltheater auftreten? Schön das Trumo sich angeblich mit Putin treffen möchte - komisch nur das Putin davon gar nichts weiß. Russland, China und viele andere Länder dieser Erde arbeiten daran, die Abhängigkeit von den USA zu verringern -während Europa sich immer noch im Bücken übt. Mittelfristig verliert die USA und Europa wäre gut beraten die Abhängigkeit ebenfalls zu überdenken und eigene Wege einzuschlagen - egal was Bolton Pompeo oder Trumpiboy´s Sekretärinnen dazu beitragen.
Ottokar 14.05.2019
3. Moskau wusste nichts davon
macht nichts. Da macht der Trump einfach den Pompeo wie bei dem Besuch in der EU. Taucht einfach auf, wie meine Schwiegermutter.
birdie 14.05.2019
4. Na bitte ... der grösste Dealmaker aller Zeiten braucht ...
mal wieder einen show-biz-event. Ausser Klamauk kommt dabei natürlich nichts Gescheites heraus. Aber Trumpilein hat wieder genug Futter für Twitter-Gewitter.
neanderspezi 14.05.2019
5. Wenn Trump Hof hält, ist das Drumherum nur Peripherie
Sobald Trump Andeutungen zu machen beliebt, erwartet er ganz selbstverständlich, dass jeder Pups den er von sich gibt, so aufmerksam behandelt wird, wie es nun mal dem Chef vom Weißen Haus und damit der zentralen Lichtgestalt am politischen Himmel zusteht, diese Bedeutsamkeit hat er sich nun mal mit der Wahl zum Präsidenten der USA ganz eindeutig erworben. Dazu hat er sich die Sisyphusarbeit "Make America Great Again" abgekürzt MAGA auferlegt, für sich und seine Fans Schirmmützen mit diesem Spruch anfertigen lassen und alle Regierungschefs die sich an der Peripherie und im Schatten seiner Wichtigkeit herumtreiben, haben seither gefälligst alle seine Fingerzeige, Andeutungen und ganz besonders seine gezwitscherten Botschaften äußerst aufmerksam zu verfolgen und sich bei einem ihnen wohlwollend gewährten Treffen ihre Subordination vor aller Welt deutlich zum Ausdruck zu bringen. Größenwahn hat in den USA eine weitere stabil geniale Gestalt hervorgebracht, die ganz gleich was sie von sich gibt mit einer gewissen Sicherheit im Ausdruck, häufig gestrecktem Zeigefinger, gesegnet ist und so von Anerkennung zu Anerkennung ihr hirnbefreites Spiel spielt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.