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12. Oktober 2015, 00:09 Uhr

Interview im US-Fernsehen

Trump nennt Merkels Flüchtlingspolitik "irrsinnig"

Donald Trump hat wieder zugeschlagen - und diesmal richtet sich seine Lästerattacke gegen Angela Merkel. Die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin sei irrsinnig, sagte der US-Präsidentschaftskandidat. Er prophezeite: "In Deutschland wird es Aufstände geben."

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert. "In Deutschland wird es Aufstände geben", sagte Trump in der TV-Sendung "Face the Nation" des Senders CBS. Er habe Merkel immer für eine große politische Führungsfigur gehalten, sagte Trump. Was sie aber nun gemacht habe, sei irrsinnig - und er wiederholte: "Es war irrsinnig, so viele Menschen ins Land zu lassen."

Trumps Kommentare richteten sich auch gegen Merkels Aussage, Deutschland könne mit der großen Anzahl von Flüchtlingen fertigwerden. Das hatte sie in den vergangenen Wochen mehrfach gesagt, zuletzt bei ihrem Besuch bei der CDU-Basis in Wuppertal und in der ARD-Talkshow von Anne Will.

Trump vertritt die Ansicht, die Aufnahme von Flüchtlingen solle begrenzt werden. Er bezeichnete die eintreffenden Asylbewerber als "trojanisches Pferd" und warnte, es könne sich um Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) handeln. Für die Flüchtlinge aus Syrien will Trump eine Flugverbotszone in Nordsyrien einrichten, damit sie "dahin zurückgehen, wo sie herkommen".

"Besser mit Waffe"

In dem Interview sprach Trump auch über seinen Waffenschein. Er fühle sich "besser mit Waffe" als ohne, "weil ich mich gern schütze". Auf die Rückfrage, ob er die Waffe auch trage, antwortete Trump: "Manchmal".

In Amerika wird im November 2016 ein neuer Präsident gewählt. Bei den demokratischen Bewerbern liegt die frühere First Lady und Außenministerin Hillary Clinton vorn. Bei den Republikanern ist es Trump: Laut CBS kommt er aktuell auf 27 Prozent, gefolgt von Ben Carson mit 21 Prozent. Auch darauf kam der Milliardär in dem TV-Interview zu sprechen: "Ich mag Umfragen nur, wenn ich vorn liege."

Einer, der trotz der Umfragewerte nicht an einen Wahlsieg des Milliardärs glaubt, ist der amtierende US-Präsident. Trump sei "der klassische Reality-TV-Charakter", sagte Barack Obama in der CBS-Sendung "60 Minutes". Er verstehe es meisterlich, sich öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. "Ich glaube nicht, dass er Präsident der Vereinigten Staaten wird."

Obama kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut als US-Präsident kandidieren. Ob er glaube, dass er noch einmal gewählt werden würde, wollte der CBS-Reporter von Obama wissen. Der antwortete kurz mit: "Ja".

aar/AFP/dpa/AP

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