Morde auf den Philippinen Trump lobt Duterte für blutigen Anti-Drogenkrieg

Er mache einen "sagenhaften Job": US-Präsident Trump hat den philippinischen Präsidenten Duterte für seinen umstrittenen Kampf gegen den Drogenhandel gelobt. Tausende Menschen sind dabei bislang getötet worden.
Tatort in Manila

Tatort in Manila

Foto: NOEL CELIS/ AFP

Bei Polizeirazzien und durch Auftragsmörder sind auf den Philippinen in den vergangenen Monaten Tausende mutmaßliche Drogenkriminelle getötet worden. Menschenrechtsgruppen sind angesichts dessen alarmiert - US-Präsident Donald Trump hingegen zeigt sich beeindruckt: Bei einem Telefonat mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte hat er dessen umstrittenen Anti-Drogenkampf in den höchsten Tönen gepriesen.

Duterte mache dabei einen "sagenhaften Job", heißt es in einem Gesprächsprotokoll des Telefonats  der beiden von Ende April, das nun öffentlich wurde. "Viele Länder haben das Problem, wir haben das Problem, aber was für einen großartigen Job machen Sie (...)", sagte Trump dem Transkript zufolge. Das Protokoll stammt den Angaben zufolge von der philippinischen Regierung und ist als vertraulich gekennzeichnet.

Bei dem Telefonat hatte Trump Duterte auch nach Washington eingeladen - allein das sorgte für Aufsehen. In einem Statement des Weißen Hauses zu dem Gespräch hieß es lediglich, die beiden Männer hätten sich über Dutertes Kampf gegen Drogenkriminalität ausgetauscht; das überschwängliche Lob dafür wurde erst jetzt bekannt.

Duterte war, bevor er im vergangenen Jahr zum Präsidenten gewählt wurde, über Jahrzehnte Bürgermeister der Stadt Davao. Dort regierte er brutal und sagte der Drogenkriminalität den Kampf an. Todesschwadronen töteten mehr als 1400 Menschen. Nach seinem Wahlsieg rief Duterte das "System Davao" für das ganze Land aus. Im September sagte er öffentlich: "Hitler hat drei Millionen Juden massakriert [tatsächlich waren es sechs Millionen, Anm. d. Red.]. Jetzt gibt es hier drei Millionen Drogenabhängige... Ich würde sie gerne alle abschlachten."

Volles Verständnis für Duterte

Trump sagte ihm am Telefon, er habe vollstes Verständnis für das harte Vorgehen der philippinischen Regierung - anders als sein Vorgänger. Barack Obama hatte Duterte wegen des brutalen Vorgehens seiner Regierung gegen die Drogenszene des Landes mehrfach ermahnt.

Duterte und Trump sprachen der Mitschrift zufolge auch über Nordkorea. Der US-Präsident bezeichnete den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als "Verrückten mit Atomwaffen". Man dürfe ihn nicht frei herumlaufen lassen. "Wir haben eine große Schlagkraft, mehr als er, 20 Mal - aber wir wollen sie nicht einsetzen", sagte Trump. Nur wenige Tage danach hatte er öffentlich bekundet, es wäre ihm eine Ehre, Kim zu treffen.

vks/dpa