Donald Trump Lob für Putin, Kritik für US-Generäle

Im US-Fernsehen haben sich Donald Trump und Hillary Clinton zur Sicherheitspolitik befragen lassen. Er betonte seine Nähe zu Russland. Sie versprach, keine Bodentruppen in den Irak oder nach Syrien zu senden.

Trump mit Moderator Lauer
REUTERS

Trump mit Moderator Lauer


In zwei Monaten wird in den USA ein neuer Präsident gewählt, der Ton zwischen den Kontrahenten Hillary Clinton und Donald Trump verschärft sich naturgemäß. Bevor es Ende September zu ihrem ersten direkten TV-Duell kommt, waren die beiden nun bei einer Veranstaltung des Senders NBC zu Gast: Nacheinander nahmen die beiden 30 Minuten lang zu sicherheitspolitischen Themen Stellung.

Der republikanische Kandidat betonte dabei einmal mehr seine Nähe zu Russland. Trump kündigte an, im Falle seines Wahlsiegs werde er eine sehr, sehr gute Beziehung zu Wladimir Putin pflegen. Der sei ein großartiger Anführer - und ein besserer als Barack Obama. Trump verwies darauf, wie beliebt Putin in der eigenen Bevölkerung sei und dass er sein Land bestens unter Kontrolle habe. Auf kritische Fragen, beispielsweise zur Unterstützung Russlands für das Assad-Regime oder Iran, ging Trump nicht ein und leitete nahtlos über zur Kritik an Obama.

Der Moderator der Veranstaltung mit dem Titel "Commander in Chief Forum", Matt Lauer, fragte Trump erneut nach dessen Plan für einen Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischen Staat" - der Politiker hatte mehrfach betont, einen solchen zu haben. Wie genau der aussieht, erklärte Trump aber auch bei dem aktuellen Termin nicht. "Ich will dem Feind jetzt nicht über den Sender sagen, was mein Plan ist." Er habe aber einen, versicherte Trump. Er wolle sich auch gern anhören, was die US-Generäle vorzuschlagen hätten. Trump hatte zuvor gesagt, er wolle die Führung der US-Streitkräfte im Falle seiner Wahl auffordern, innerhalb von 30 Tagen einen Plan vorzulegen, auf welche Weise der IS besiegt werden solle.

Für die US-Generäle hatte Trump vor allem eins übrig: Kritik. Unter der Führung Obamas und Clintons sei die Armee so weit geschwächt worden, dass sie nur mehr einem Trümmerhaufen gleiche. Trump deutete an, nach seinem möglichen Wahlsieg werde er einige US-Generäle entlassen. Kurz vor dem TV-Auftritt hatte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung angekündigt, die US-Streitkräfte massiv stärken zu wollen.

Clinton mit Moderator Lauer
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Clinton mit Moderator Lauer

Hillary Clinton sagte bei der Veranstaltung des Senders NBC über den Kampf gegen den Terror: "Wir schicken niemals wieder Bodentruppen in den Irak." Es werde unter ihrer Führung auch keine Bodentruppen der US-Streitkräfte in Syrien geben. Clinton setzt damit die Politik von Obama fort, der dies ebenfalls ablehnt.

Die Politikerin betonte zudem ihre Verdienste als ehemalige US-Außenministerin und sprach Trump einmal mehr die Eignung ab, die US-Streitkräfte anzuführen. (Hier gibt es das komplette Protokoll der Sendung zum Nachlesen.)

Das TV-Forum fand an Bord des historischen Flugzeugträgers "USS Intrepid" in New York statt. Zunächst wurde Clinton befragt, dann Trump. Am 26. September sollen sie in der ersten Fernsehdebatte direkt aufeinandertreffen. Gewählt wird dann am 8. November.

Clintons Wahlkampfteam präsentierte am Mittwoch eine Liste mit den Namen von 95 Generälen a.D., die sich für die Demokratin als zukünftige Präsidentin und Oberbefehlshaberin der Streitkräfte aussprachen. Trump hatte am Vortag verkündet, ihn würden 88 Ruhestandsgeneräle unterstützen.

aar/AP/Reuters/dpa



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