Nach Brexit-Referendum Trump findet die EU jetzt doch gut

Mitte Januar hatte Donald Trump den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und weitere EU-Austritte prophezeit. Jetzt hat der US-Präsident seine Meinung offensichtlich geändert.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: Evan Vucci/ AP

Überraschend hat Donald Trump die Europäische Union für ihre Reaktion auf das Brexit-Votum gelobt. Die EU mache "sehr gute Arbeit", sagte der US-Präsident der Zeitung "Financial Times". Er habe nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt".

Seit dem Votum der Briten habe die EU "sehr gute Arbeit" geleistet, die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen", in der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden, sagte Trump in dem Interview.

Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Januar den Zeitungen "Bild" und "The Times" gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und gesagt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden.

Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hatte die britische Regierung am Mittwoch offiziell den Antrag auf Austritt aus der EU gestellt. Damit beginnt ein zweijähriger Verhandlungsprozess über die Entflechtung der Beziehungen zwischen London und der EU.

Trump droht mit Alleingang gegen Nordkorea

In dem gleichen Interview mit der "Financial Times" drohte Trump dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vor dem ersten Treffen der beiden Staatschefs mit einem Alleingang gegen Nordkorea, sollte Peking das Regime in Pjöngjang nicht zum Einlenken im Streit um sein Atomprogramm bewegen.

"China hat großen Einfluss auf Nordkorea. Und China wird entweder beschließen, uns mit Nordkorea zu helfen, oder nicht", sagte Trump. Sollte Peking helfen, werde dies "sehr gut für China", andernfalls wäre es "für niemanden gut". In diesem Fall würden die USA alleine gegen Nordkorea vorgehen. "Wenn China (das Problem) Nordkorea nicht löst, werden wir es tun", so Trump. "Mehr will ich Ihnen dazu nicht sagen."

Trump wird sich am 6. und 7. April erstmals mit Xi treffen. Bei ihren Gesprächen in Florida geht es unter anderem über Handelsfragen sowie um Pjöngjangs Atomprogramm. Nordkorea hat im Vorjahr ungeachtet aller Uno-Resolutionen sein Atomprogramm vorangetrieben und entwickelt eine Langstreckenrakete, die auch die US-Küste erreichen soll. Nordkorea trifft nach Einschätzung von US-Experten aktuell Vorbereitungen für einen weiteren Atomtest.

max/AFP/dpa
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