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Trumps Rede zum 4. Juli: Regen, Kampfjets, Patriotismus

Foto: Susan Walsh/ REUTERS

US-Nationalfeiertag Bomber und Bombast - Trump kapert den 4. Juli

Tarnkappenjets am Himmel, Panzer im Zentrum der Hauptstadt - mit einer martialischen Show hat sich US-Präsident Donald Trump am Nationalfeiertag inszeniert. Kern seiner Rede: die Macht des Militärs.

Begleitet von einer aufwendig inszenierten Flugschau hat Präsident Donald Trump im Herzen von Washington die Streitkräfte gefeiert. "Unsere Nation ist heute stärker als je zuvor. Sie ist jetzt am stärksten", sagte er am Donnerstag in seiner Rede anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstags. Die Veranstaltung hatte er schon im Vorfeld als "Salut an Amerika" bezeichnet.

"Seit über 65 Jahren hat es keine feindliche Luftwaffe geschafft, auch nur einen einzigen amerikanischen Soldaten zu töten. Denn der Himmel gehört den Vereinigten Staaten von Amerika", so der Präsident. Die Zukunft der USA sei auf Männer und Frauen angewiesen, die willens seien, das Land zu verteidigen. Trump, der selbst nie im Militär gedient hat, rief junge Amerikaner dazu auf, in die Streitkräfte einzutreten.

Der Präsident trat auf der Nationalpromenade in der US-Hauptstadt vor dem Lincoln Memorial auf, einem Symbol der nationalen Einheit. In seiner Rede ging er auf besondere Momente der amerikanischen Geschichte und die Gründungsmythen der USA ein, erwähnte zahlreiche Helden der amerikanischen Geschichte, darunter auch berühmte Vertreter der Bürgerrechtsbewegung.

Angriffe auf den Gegner blieben aus - Kritik kommt trotzdem

Im Zentrum der patriotisch geprägten Rede aber standen die einzelnen Teilstreitkräfte des Militärs. Während der Zeremonie flogen Militärflugzeuge und Kampfhubschrauber sowie die Präsidentenmaschine Air Force One über die National Mall im Zentrum von Washington. Außerdem wurden Panzer aufgestellt. Zahlreiche Zuhörer stimmten immer wieder "USA, USA, USA"-Sprechchöre an.

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Trumps Rede zum 4. Juli: Regen, Kampfjets, Patriotismus

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Anders als von Kritikern vermutet, nutzte Trump seine Rede aber nicht für Verbalattacken auf politische Gegner oder um eigene Verdienste hervorzuheben. Trotzdem ist die Rede ein Bruch mit den Gepflogenheiten: Am Unabhängigkeitstag am 4. Juli, an dem an die Gründung der Vereinigten Staaten im Jahr 1776 erinnert wird, steht der US-Präsident für gewöhnlich nicht im Mittelpunkt und hält auch keine Rede.

Eigentlich sollte eine echte Parade her

Seine Gegner warfen ihm dann auch vor, die Spaltung des Landes weiter voranzutreiben, mit Steuergeldern eine pompöse Militärparade zu veranstalten und 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl Werbung für sich selbst zu machen. Vor dem Weißen Haus verbrannten Demonstranten eine US-Flagge.

Trump hatte sich ursprünglich eine große Militärparade gewünscht. Er hatte am 14. Juli 2017 auf den Pariser Champs-Élysées der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag beigewohnt und sich beeindruckt von der pompösen Schau gezeigt. Überlegungen für eine große Militärparade in Washington wurden aber aus Kostengründen fallengelassen.

Video: Panzer in Washington

SPIEGEL ONLINE
jok/Reuters/dpa
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