US-Wahlkampf Romney will Trump nicht wählen, weil er ihn für einen Rassisten hält

Donald Trump im Weißen Haus? Für Mitt Romney eine Horrorvorstellung. In einem Interview hat der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2012 erklärt, dass er auf keinen Fall für seinen Nachfolger stimmen werde.

Mitt Romney
AP

Mitt Romney


Der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2012 warnt vor seinem Nachfolger: "Ich möchte keinen Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen, der Dinge sagt, die den Charakter der folgenden amerikanischen Generationen verändert", sagte Mitt Romney in einem CNN-Interview über Donald Trump. Daher werde er bei der Präsidentenwahl am 8. November nicht für seinen Parteikollegen Trump stimmen - aber auch nicht für die designierte Bewerberin der Demokraten, Hillary Clinton.

Romney warf Trump vor, er befeuere mit seinen wiederholten verbalen Ausfällen Rassismus, Bigotterie und Frauenhass. "All diese Dinge sind sehr gefährlich für das Herz und den Charakter Amerikas", so Romney. "Ich wünschte, jeder in der Republikanischen Partei hätte Herrn Trump abgelehnt und jemand anderen gewählt. Hätte ich kandidiert, hätte ich ihn mir vorgeknöpft."

Romney hatte die Republikaner bereits Anfang März davor gewarnt, Trump zum Präsidentschaftskandidaten zu küren. Der Immobilienmilliardär aus New York sei "ein Aufschneider und Betrüger, der die amerikanische Öffentlichkeit zum Narren hält", sagte Romney damals. "Er hat weder die Veranlagung noch das Urteilsvermögen, um Präsident sein zu können." Sein Appell verhallte ungehört.

Nun sagte Romney, er könne sich vorstellen, bei der Präsidentschaftswahl in fünf Monaten einen anderen Kandidaten zu wählen, zum Beispiel der Bewerber der Libertarian Party, Gary Johnson. "Ich werde Gary Johnson in den nächsten Monaten besser kennenlernen und sehen, ob ich für ihn stimmen werde." Eine eigene Kandidatur gegen Trump und Clinton schloss Romney aus.

Trump äußerte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Virginia nur indirekt zu Romneys Vorwürfen: "Ich bin die am wenigsten rassistische Person, die Sie je gesehen haben", sagte er bei der Kundgebung in Richmond.

syd



insgesamt 16 Beiträge
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pkokot1 11.06.2016
1. Ich kann auch gut verstehen,
warum Romney viel Angst vor Trump hat. Wenn man einen kurzen Blick in das Buch "Lords of Strategy" wirft, wird er vielleicht ebenfalls erleuchtet. Romney hat sehr, sehr komische Freunde.
solaris3001 11.06.2016
2. Romney
Schade, dass Romney in 2012 nicht Präsident wurde. Man kann nur hoffen, dass er noch einmal antritt.
TomBlatt 11.06.2016
3. Mitt Romney
Der Mann ist auch unglaublich glaubhaft und integer, NOT! An Mitt Romney können wir wunderbar sehen was das Problem mit Politikern ist. Entweder man such auf YouTube nach "Trump endorses Romney" oder man folgt diesem Link: https://www.youtube.com/watch?v=nmwzGMmGcJw mehr ist dazu schlicht nicht zu sagen. Romney ist nur beleidigt weil er nicht Präsident geworden ist.
Bueckstueck 11.06.2016
4. Erstaunlich
Was bleibt nach der Lektüre hängen? Die dummdreiste Lüge des Donald Trumpet ganz zum Schluss. Irgendwie schade, denn Romney sagt hier gefühlt zum ersten mal etwas durch und durch wahres. Allerdings hätte er seiner Meinung auch massiven Nachdruck verleihen können, indem er sagt: Ich würde eher Clinton wählen als diesen verlogenen Trottel Trump. Das wäre wie eine Bombe eingeschlagen... So bleibt vorallem die Lüge des Trump auf den Vorwurf ein verlogener Rassist zu sein.
pfzt 11.06.2016
5.
So so, ausgerechnet der feine Herr der reich geworden ist mit der Zerstörung unzähliger Firmen und Arbeitsplätze, schwingt sich jetzt aufs hohe moralische Ross? Dazu meint er auch noch sich ausgerechnet als Mormone zu Bigotterie und Frauenhass zu äußern? Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich jetzt lachen.
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