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Konflikt mit Iran Trump nennt Drohnen-Abschuss einen "sehr großen Fehler"

Nach dem Abschuss einer US-Spionagedrohne durch Iran spitzt sich der Konflikt zwischen beiden Ländern zu. Donald Trump bezog Position, Russlands Präsident Putin warnt vor einer "Katastrophe", Nancy Pelosi sieht eine "gefährliche Situation".

US-Präsident Donald Trump hat sich zum Abschuss einer US-Drohne durch Iran geäußert. "Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht!", schrieb Trump auf Twitter. Dabei nahm er ganz offenbar auf den Vorfall Bezug.

Zuvor hatten die US-Streitkräfte den Abschuss ihrer Drohne als "nicht provozierten Angriff" verurteilt. Nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, wurde die Drohne vom Typ RQ-4A "Global Hawk" im internationalen Luftraum abgeschossen. Iran wirft den USA dagegen vor, das unbemannte Flugzeug sei in den Luftraum des Landes eingedrungen und deswegen abgeschossen worden. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Von Reportern auf die Lage angesprochen, gab sich Trump kryptisch. Auf die Frage, ob es einen Vergeltungsschlag der USA infolge des Drohnenabschusses geben würde, sagte Trump: "Das werden Sie bald herausfinden."

Die Spannungen zwischen Teheran und Washington hatten sich immer weiter verschärft, nachdem Trump im vergangenen Jahr einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran ausgestiegen war und neue Sanktionen verhängt hatte. Zuletzt schürten Angriffe auf Öltanker in der Golfregion die Furcht vor einer militärischen Konfrontation: Die USA machen Iran für die Angriffe verantwortlich. Die Islamische Republik bestreitet die Vorwürfe.

Der iranische Sicherheitsrat (SNSC) erklärte zuletzt, seiner Einschätzung nach werde es keinen Krieg zwischen Iran und den USA geben. "Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der USA, um politischen Druck auszuüben", sagte SNSC-Sekretär Ali Schamchani der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Die USA hofften, Iran zu einer Kapitulation zu zwingen. Dies werde aber nicht geschehen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die Lage zuletzt als nach wie vor ernst. "Die Kriegsgefahr am Golf ist nicht gebannt."

Russlands Präsident Wladimir Putin warnte vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran. "Die USA sagen, dass sie die Anwendung von Gewalt nicht ausschließen. Dies wäre eine Katastrophe für die Region", sagte er im russischen Fernsehen. In der Folge käme es zu einem "Aufflammen der Gewalt" und einem Anstieg der Flüchtlingszahlen, sagte Putin. Nachdem die USA vor Kurzem weitere Soldaten in die Golfregion entsandt hatten, hatte Russland Washington vorgeworfen, einen Krieg provozieren zu wollen.

Die Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, sprach im Hinblick auf den Konflikt mit Iran von einer "gefährlichen Situation". In den USA bestünde aber kein Wunsch, in den Krieg gegen Iran zu ziehen.

asa/dpa/AFP