Nach Trumps Verbalattacke EU-Kommission sieht sich weiter als Freund der USA

Nachdem Donald Trump die Europäische Union als einen "Gegner" bezeichnet hat, teilt der Vizepräsident der EU-Kommission mit: "Europäer werden Amerika niemals aufgeben."
Frans Timmermans

Frans Timmermans

Foto: GEORG HOCHMUTH/ AFP

Die Europäische Union sieht sich weiter als Freund der Amerikaner - auch wenn US-Präsident Donald Trump die Gemeinschaft eigenen Angaben zufolge eher als Gegner betrachtet. EU-Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans schrieb  in der Nacht zu Montag bei Twitter: "Deine besten Freunde als Gegner zu bezeichnen, macht nur deine wirklichen Gegner glücklich. Europäer und Amerikaner sind durch Geschichte und ihre gemeinsamen Werte verbunden. Europäer werden Amerika niemals aufgeben, weil Amerika uns niemals aufgab. Dafür sind Freunde da."

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Trump hatte die EU zuvor in einem Interview mit dem Sender CBS  als einen "Gegner" beziehungsweise "Feind" der USA bezeichnet. Er begründete dies mit der aus seiner Sicht unfairen EU-Handelspolitik und verwendete dabei das englische Wort "foe". EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte Trump bereits umgehend widersprochen. "Amerika und die EU sind beste Freunde", schrieb er auf Twitter. "Wer auch immer sagt, wir seien Feinde, verbreitet Fake News."

Trump hatte in dem Interview auch über andere Länder gesprochen: China sei ein "wirtschaftlicher Gegner, aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind". Über Russland sagte er, das Land sei "in gewisser Hinsicht ein Gegner". Am Montag wird Trump in Helsinki erstmals den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem bilateralen Gipfel  treffen.

Trump und Putin sind sich bislang zweimal begegnet. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich derzeit - trotz gegenseitiger Sympathien der beiden Präsidenten füreinander - auf einem Tiefpunkt. Streit gibt es unter anderem wegen der US-Sanktionen gegen Moskau, Russlands Rolle in Syrien und der Anklage gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter in den USA, denen Cyberangriffe auf die Demokraten im Wahlkampf 2016 vorgeworfen werden.

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Demos in Helsinki: Ist das Donald Trump? Fake News!

Foto: Leon Neal/ Getty Images

Trump kam bereits am Sonntagabend zusammen mit seiner Frau Melania in der finnischen Hauptstadt an - Tausende Menschen demonstrierten gegen den US- sowie den russischen Präsidenten. Am Montagmorgen will sich Trump zum Frühstück mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö treffen. Putin kommt erst am Vormittag nach Helsinki, kurz vor dem Vier-Augen-Gespräch. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz der beiden Präsidenten angekündigt.

Ob das mit Spannung erwartete Treffen konkrete Ergebnisse bringen wird, ist zumindest fragwürdig. Trump selbst dämpfte bereits die Hoffnungen: "Ich gehe mit geringen Erwartungen hinein, nicht mit hohen Erwartungen", sagte er in einem Interview. Auf Twitter beklagte er, egal, wie gut der Gipfel für ihn laufen werde, der Öffentlichkeit werde das nicht genug sein.

aar/dpa