Aufrüstung Trump nennt US-Militärbudget "verrückt"

Ungewohnte Töne vom US-Präsidenten: Donald Trump warnt vor "unkontrollierbaren" Militärausgaben - und bringt Abrüstungsgespräche mit China und Russland ins Gespräch.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP

Noch in diesem Jahr ließ Donald Trump das US-Militär massiv ausbauen. Der Präsident wollte garantieren, dass die Vormachtstellung seines Landes in der Welt gesichert wird - Aufrüstung war schon ein Versprechen während seines Wahlkampfs.

Nun aber sind ganz andere Töne von Trump zu hören. Auf Twitter hat er sich unerwartet gegen die enorme Höhe der amerikanischen Militärausgaben ausgesprochen:

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Konkret schrieb Trump: "Die USA haben in diesem Jahr 716 Milliarden Dollar ausgegeben. Verrückt!" Er sei sicher, dass er "irgendwann in der Zukunft" beginnen werde, mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu reden, um das "große und unkontrollierbare" Wettrüsten zu stoppen.

Was Trump zu der plötzlichen Einsicht bewogen haben könnte, ist unklar. Fest steht: Der US-Haushalt ist in diesem Jahr tatsächlich aus den Fugen geraten - unter anderem wegen Trumps eigener Steuerreform. Die Staatsschulden sind enorm gestiegen.

Jetzt soll offenbar gespart werden - und ein Ansatz scheint auch der Verteidigungsetat zu sein.

Außenminister der Nato-Staaten tagen am Dienstag zum INF-Vertrag

Trumps - allerdings noch sehr vager - Abrüstungsvorstoß kommt dennoch überraschend. Schließlich plant er zurzeit, aus dem INF-Abrüstungsvertrag mit Russland auszusteigen. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, den Vertrag gebrochen zu haben.

Mit dem INF-Vertrag verzichteten Amerikaner und Russen 1987 auf landgestützte nukleare Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von über 500 Kilometern. Kremlchef Putin warnte infolge von Trumps Ankündigung vor einem neuen Wettrüsten - also genau vor dem Szenario, das Trump nun in seinem Tweet kritisiert.

Die Außenminister der Nato-Staaten beraten an diesem Dienstag über die Konsequenzen aus dem vermuteten russischen Verstoß gegen den INF-Vertrag.

Trump hatte sich am Wochenende mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping getroffen. Beide wendeten eine Eskalation in ihrem Handelsstreit ab. Ein bei dem G20-Gipfel geplantes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hatte Trump abgesagt und das mit den Spannungen zwischen Russland und der Ukraine begründet.

aev/dpa
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