Nach Shanahans Absage Mark Esper soll US-Verteidigungsminister werden

Trumps Wunschkandidat Patrick Shanahan hat abgesagt, nun soll Mark Esper neuer US-Verteidigungsminister werden. Der Wechsel im Pentagon fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen den USA und Iran.

Mark Esper: wird am Montag zunächst zum amtierenden Chef des Pentagons
Andrew Harnik/AP

Mark Esper: wird am Montag zunächst zum amtierenden Chef des Pentagons


Das US-Verteidigungsministerium soll mitten in der sich dramatisch verschärfenden Iran-Krise eine neue Spitze bekommen. Präsident Donald Trump hat Mark Esper für das Amt des Verteidigungsministers nominiert. Das teilte das Weiße Haus mit. Es ist der zweite Wechsel an der Spitze des Pentagons innerhalb weniger Monate.

Vergangene Woche hatte Trumps Wunschkandidat Patrick Shanahan überraschend hingeworfen. Er hatte das Ministeramt nachdem Rücktritt von James Mattis im Dezember kommissarisch ausgeübt. Vor wenigen Tagen teilte Shanahan jedoch mit, dass er das Verteidigungsministerium nicht dauerhaft führen wolle.

Daraufhin hatte Trump erklärt, Esper werde die geschäftsführende Leitung übernehmen. Esper ist bislang Verwaltungschef des US-Heeres und damit der hochrangigste Zivilist im US-Heer, der direkt dem Verteidigungsminister unterstellt ist. Wenn Esper bestätigt würde, würde er Mattis ersetzen, der im vergangenen Jahr wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten zurückgetreten war.

Verschärfung der Irankrise

Trump hatte Shanahan erst vor rund sechs Wochen als dauerhaften Chef des Verteidigungsministeriums nominiert. Der Senat hätte Shanahans Berufung zum dauerhaften Pentagon-Chef zustimmen müssen. Teil des Nominierungsprozesses sind Anhörungen, bei denen Shanahans Familiengeschichte vermutlich vor einer breiten Öffentlichkeit diskutiert worden wäre. Die "Washington Post" hatte über frühere Gewalttaten in Shanahans Familie berichtet.

Derzeit wachsen die Spannungen zwischen den USA und Iran. Die USA werfen Teheran vor, eine US-Drohne abgeschossen zu haben. Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump einen Militärschlag gegen Iran nach eigenen Angaben wegen der befürchteten Todesopfer in letzter Minute gestoppt. Die vom US-Militär erwarteten 150 Toten wären im Vergleich zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran "unverhältnismäßig" gewesen, schrieb der US-Präsident am Freitag auf Twitter.

asc/dpa/AFP

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