Gesprächsangebot an Kim Jong Un Nordkoreas Uno-Botschafter nennt Trumps Worte Unsinn

Donald Trump ist eigenen Angaben zufolge zu Gesprächen mit Kim Jong Un bereit. Nordkoreas Vertreter bei der Uno in Genf bezeichnet dies nun als bedeutungslose Wahlkampfpropaganda des Amerikaners.

So Se Pyong
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So Se Pyong


"Ich würde mit ihm reden, ich habe absolut kein Problem damit", sagte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Reuters - und mit "ihm" meinte er Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Nun folgte die Reaktion aus Pjöngjang.

"Es liegt natürlich im Ermessen meines Obersten Führers, ihn zu treffen oder nicht", sagte Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, So Se Pyong. Er glaube aber, Trumps Idee oder Worte seien Unsinn. Das Gesprächsangebot tat er als Wahlkampfpropaganda des US-Milliardärs ab.

Trump hatte gesagt, er würde mit Kim sprechen, um das Atomprogramm Nordkoreas zu stoppen. Details, wie er den seit Jahrzehnten währenden Konflikt auf der koreanischen Halbinsel lösen will, nannte Trump nicht. Er wolle allerdings Chinas Einfluss nutzen. "Ich würde eine Menge Druck auf China ausüben, weil wir wirtschaftlich enorme Macht über China haben", sagte Trump. "China kann das Problem mit einem Treffen oder einem Telefonat lösen." Ähnlich hatte er sich schon im April 2013 via Twitter geäußert.

Dies sei nur eine Geste im Wahlkampf gewesen, sagte der Uno-Botschafter nun. Es sei bedeutungslos und nicht aufrichtig.

So Se Pyong erklärte zugleich, sein Land sei bereit, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm zurückzukehren. Dies werde von Russland und China unterstützt. Nur die USA, Südkorea und Japan lehnten es ab, sagte der Diplomat.

Nordkorea werde als verantwortungsbewusster Staat seine Atomwaffen nie als erster einsetzen, sagte der Uno-Botschafter und wiederholte damit die jüngsten Aussagen des Machthabers zum Thema. "Wenn die USA ihre Atomwaffen als Erste einsetzen, dann werden wir sie auch nutzen." Beide Staaten könnten aber normale Beziehungen haben, wenn die USA ihre feindselige Politik aufgäben und ihre Haltung gegenüber Nordkorea änderten.

Kim Jong Un, Donald Trump
REUTERS/KCNA

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aar/Reuters

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