Trump über Profiling Muslim = verdächtig

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump plädiert dafür, zur Terrorbekämpfung Muslime grundsätzlich als verdächtig anzusehen. Er möge Pauschalisierungen nicht, sie seien aber nötig.

Donald Trump
AP

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Der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, dass Ermittler in den USA die Methode des Profiling anwenden sollen.

Die Praxis, bei der die Polizei Menschen allein aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Nationalität oder ethnischer Herkunft als verdächtig einstuft, müsse in den USA ernsthaft erwogen werden, sagte Trump in einer Fernsehdebatte des Senders CBS über den Anschlag auf einen Nachtklub in Orlando.

Bei dem Angriff auf den Nachtklub im Bundesstaat Florida waren vor einer Woche 49 Menschen getötet worden. Attentäter Omar Mateen hatte sich zum "Islamischen Staat" bekannt. Trump sagte nach dem Massaker, er habe recht gehabt mit seinen Warnungen vor islamistischem Terrorismus.

In den USA ist es möglich, verdachtsunabhängig Menschen anzuhalten und zu kontrollieren. Dabei wird häufig Racial Profiling angewandt. So geraten etwa Schwarze deutlich häufiger ins Visier von Polizeistreifen als Weiße.

Profiling von Muslimen könne nach Meinung Trumps helfen, Attentate wie das auf den Nachtklub zu verhindern. Der Attentäter war 1986 in New York als Sohn afghanischer Eltern geboren worden und seit seiner Geburt Bürger der USA. In seinem Leben habe es aber viele Warnzeichen gegeben, sagt Trump.

"Wenn man sich seine Vergangenheit als Schüler ansieht und viele andere Dinge, gab es da einige Hinweise, dass das kein sehr guter junger Mensch war", so Trump in dem Telefoninterview mit dem Sender CBS.

Orlando-Attentäter Mateen
REUTERS/ Myspace

Orlando-Attentäter Mateen

Der Immobilienmilliardär Trump ist bekannt für seine antiislamischen Äußerungen: Zu seinen Forderungen zählt unter anderem die Überwachung von Moscheen. In der Sendung "Face the Nation" des Fernsehsenders CBS wurde er am Sonntag gefragt, ob das bedeute, dass er das Profiling von Muslimen befürworte. Daraufhin sagte er, die USA müssten als Land darüber nachdenken.

"Wir müssen uns mit dem Profiling auseinandersetzen", fügte Trump hinzu. "Wir müssen es uns ernsthaft anschauen." Auch andere Länder nutzten diese Methode, sagte er, und nannte als Beispiel Israel. "Wissen Sie, ich mag das Konzept des Profiling nicht, aber wir müssen den gesunden Menschenverstand anwenden."

Trump sorgt immer wieder mit polarisierenden Äußerungen über bestimmte Personengruppen für Aufsehen. Er forderte etwa einen generellen Einreisestopp für Muslime. Empörung löste er auch mit der Aussage aus, Mexiko schicke Vergewaltiger und Drogendealer über die Grenze in die USA.

cht/AFP



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