Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt das Weiße Haus

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, gibt ihren Posten ab. US-Präsident Donald Trump teilte via Twitter mit, seine "wunderbare" Sprecherin werde Ende Juni zurücktreten.
Donald Trump und Sarah Sanders im Weißen Haus: "Wunderbare Sarah"

Donald Trump und Sarah Sanders im Weißen Haus: "Wunderbare Sarah"

Foto: Kevin Lamarque/ REUTERS

Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt zum Monatsende überraschend das Weiße Haus. Das teilte der US-Präsident mit: "Nach dreieinhalb Jahren verlässt unsere wunderbare Sarah Huckabee Sanders das Weiße Haus am Ende des Monats und kehrt in ihre Heimat, den großartigen Bundesstaat Arkansas zurück", schrieb Trump auf Twitter.

"Sie ist eine sehr spezielle Person mit außergewöhnlichen Talenten, die einen großartigen Job gemacht hat. Ich hoffe, sie wird für das Amt des Gouverneurs von Arkansas kandidieren - sie wäre fantastisch. Sarah, danke für deine Arbeit, gut gemacht!"

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Sanders selbst sagte vor Reportern, sie habe den Präsidenten erst am Donnerstag über ihre Entscheidung informiert, die eine der schwierigsten überhaupt gewesen sei. Der Job als Sprecherin des Weißen Hauses sei eine "einmalige Gelegenheit" gewesen. "Sogar die schwierigen Tage sind besonders." Sie wolle nun aber mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Kindern verbringen. Diese sind vier, fünf und sieben Jahre alt.

"Es war die Ehre meines Lebens", sagte Sanders am Donnerstag über ihren Job im Weißen Haus. Auf Twitter schrieb sie, sie sei Trump ewig dankbar für die Aufgabe - und sie sei stolz auf alles, was Trump erreicht habe. "Ich liebe den Präsidenten und meinen Job." Ihre wichtigste Aufgabe sei aber, ihren Kindern eine Mutter zu sein.

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Sanders ist die Tochter des republikanischen Politikers und einstigen Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee. Sie war seit Juli 2017 Trumps Sprecherin - sie folgte damals auf Sean Spicer, der das Handtuch geworfen hatte.

Warum Sanders umstritten war

Die Sprecherin Trumps gilt als umstritten. Sie fiel durch ihre nach außen fast bedingungslose Loyalität zu Trump auf. Und die früher üblichen täglichen Briefings von Journalisten in der US-Hauptstadt fanden zuletzt kaum noch statt. Der US-Sender CNN schrieb: "Sarah Sanders primäres Vermächtnis als Pressesprecherin des Weißen Hauses wird der Tod des täglichen Pressebriefings sein." Sanders' letzte kurze Pressekonferenz im Briefing-Raum des Weißen Hauses war am 11. März.

Im Abschlussbericht von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zur Russlandaffäre hieß es, Sanders habe bei Interviews mit Muellers Team eingeräumt, zwei Mal vor Journalisten die Unwahrheit gesagt zu haben. Sanders sagte dem Bericht zufolge, es habe sich in einem Fall um einen "Versprecher" und im anderen Fall um eine Aussage "in der Hitze des Gefechts" gehandelt. Angesichts dessen waren einzelne Rücktrittsforderungen gegen sie laut geworden.

Sanders war schon im Wahlkampf für Trump unterwegs. Im Weißen Haus begann sie nicht vor dreieinhalb Jahren, wie Trump schrieb, sondern mit Beginn von Trumps Amtszeit im Januar 2017. Der US-Präsident sagte am Donnerstag, er hoffe, Sanders werde einmal als Gouverneurin in Arkansas kandidieren und in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Von Reportern darauf angesprochen, sagte Sanders: "Ich habe vor langer Zeit gelernt, nie etwas auszuschließen."

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Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Seit dem Amtsantritt Trumps hat es innerhalb der US-Regierung viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. So hatte etwa im April Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen ihren Posten verlassen. Zum Jahresende waren außerdem Verteidigungsminister James Mattis und Trumps Stabschef John Kelly ausgeschieden. Im Bereich Kommunikation hatten unter anderem die Kommunikationschefs Hope Hicks und Anthony Scaramucci aufgegeben.

kry/aar/dpa
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