US-Wahlkampf Trump stolpert beim Thema Abtreibung

Frauen, die abtreiben, müssen bestraft werden. Mit dieser Aussage hat US-Präsidentschaftsbewerber Trump heftige Reaktionen bei Befürwortern und Gegnern von Schwangerschaftsabbrüchen ausgelöst. Daraufhin revidierte er seine Aussage.

Präsidentschaftsbewerber Trump
AP

Präsidentschaftsbewerber Trump


Frauen sollten für Abtreibungen büßen müssen, wenn diese in den USA für illegal erklärt würden. "Es muss eine Art von Bestrafung geben", sagte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in einem Interview des Senders MSNBC am Mittwoch. Befürworter des Rechts auf Abtreibung reagierten mit Empörung.

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton verkündete über Twitter: "Gerade, als man dachte, es könnte nicht schlimmer werden. Furchtbar und vielsagend."

In einem Post zeigte sie die entscheidende Sequenz des Interviews und erklärte dazu: Wir dürfen niemanden in die Nähe des Weißen Hauses lassen, der Frauenrechte so missachtet.

Auch bei Abtreibungsgegnern stieß Trumps Aussage auf Unverständnis. John Kasich, der wie Trump darum kämpft, von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, lehnte die Position Trumps entschieden ab. Er trete für ein Abtreibungsverbot ein, mit Ausnahmen im Fall von Vergewaltigung, Inzest oder wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr sei. Aber natürlich dürfte eine Frau nicht bestraft werden. Er gehe davon aus, dass Trump sich nun aus der Sache herausreden wolle, er sei missverstanden worden oder er habe das so nicht gesagt. Aber: Trumps Aussage sei keine angemessene Antwort.

Die "New York Times" zitiert Jeanne Mancini von der Organisation "March for Life Education and Defense Fund" mit den Worten, Trumps Einstellung sei mit der Pro-Life-Bewegung nicht zu vereinbaren und erst recht nicht mit Frauen, die den traurigen Weg einer Abtreibung gewählt hätten. Kein Anhänger der Pro-Life-Bewegung würde jemals eine Frau dafür bestrafen wollen.

Trump, der in Meinungsumfragen bei Frauen schlecht abschneidet, ließ drei Stunden nach dem Interview eine Erklärung verbreiten, die seine Äußerungen relativieren sollte. Er plädiere für ein Verbot von Abtreibungen und für eine Regelung, wonach der Arzt zu bestrafen sei und nicht die Frau. "Die Frau ist in diesem Fall ebenso ein Opfer wie das Leben in ihrem Leib."

Schwangerschaftsabbrüche sind in den USA seit einer Entscheidung des Obersten Gerichts im Jahr 1973 weitgehend legal. 1992 bekräftigte der Supreme Court, dass die freie Entscheidung zu einer Abtreibung vom 14. Zusatz der US-Verfassung geschützt wird.

Trotzdem sind Abtreibungen in den USA ein hochbrisantes Thema, das im Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten Befürworter und Gegner mobilisiert. Viele Konservative lehnen Schwangerschaftsabbrüche vehement ab und betrachten dies als Kernelement ihrer politischen Überzeugungen. Wie ein Kandidat sich zu dem Thema positioniert ist daher von großer Bedeutung für seine Glaubwürdigkeit innerhalb der Partei.

Trump, der als Außenseiter antrat, aber inzwischen gute Chancen hat, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden, hat sich erst vor kurzer Zeit als dezidierter Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen positioniert.

Am Obersten Gerichtshof steht im Juni eine der wichtigsten Entscheidungen seit Jahren zum Thema an: In dem Fall geht es um ein Gesetz in Texas, in dessen Folge 30 von 40 Abtreibungskliniken geschlossen wurden. Das Urteil hätte eine landesweite Signalwirkung.

In den Vorwahlen der Partei liegt Trump deutlich in Führung vor den beiden noch verbliebenen Mitbewerbern Ted Cruz und Kasich.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

jul/dpa/AFP



insgesamt 60 Beiträge
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gandhiforever 31.03.2016
1.
Der Neorepublikaner will 'konservativer' erscheinen als die 'alten' Republikaner. Mit solch "ungluecklichen" (um die Wortwahl eines anderen Foristen anzubringen) Aeusserungen verdirbt er es sich nicht nur bei vielen Frauen (von denen 70 ihn negativ einschaetzen) sondern auch bei Altrepublikanern, die schlauer sind und nicht die Frauen sondern die Durchfuehrer von Abtreibungen bestrafen wollen. Nun, ich habe fuer Trump eine entsprechende Antwort: Da der Typ fuer Folter ist, diese aber in den USA nicht nur wegen der Genfer Konvention illegal ist, sollte der Mann als Promoter illegaler Praktiken bestraft werden, am besten mit der bei Republikanern so beliebten (wenn es andere trifft) Todesstrafe.
t.thormaehlen 31.03.2016
2. Trump
Was soll man zu diesem Mann denn noch sagen, was nicht schon gesagt wäre? Lehnen wir uns mal ganz entspannt zurück und beobachten bei einer Tüte Popcorn, wie es sich entwickelt. Hysterisch rumgockeln können wir dann eventuell nach der Wahl immer noch. Mein Präsi wäre Sanders, aber so weit sind die da drüben noch lange nicht.
georgwupp 31.03.2016
3. Zum Glück...
...ist dieser Mensch (hoffentlich) nur ein Problem der USA. Fragwürdige Thesen und seltsame Einstellung.
frenchie3 31.03.2016
4. Dabei war das doch schon geregelt
Man hatte einfach die Ärzte und Befürworter erschossen, das macht auch gleich die NRA glücklich. Bald ruft er den PCS aus, den PseudoChristlichenStaat. IS wird eingemeindet
Miere 31.03.2016
5. Man kann es auch positiv sehen:
Trump geht mit der Mehrheit. Wenn die Mehrheit ihm deutlich macht, dass sie dies und das will, stellt er sich nicht ideologisch dagegen. Es geht schlimmer. ... naja, aber es geht auch um Längen besser. Und vor allem sagt es eine Menge über die Mehrheit, dass Trump geglaubt hat, mit dem Spruch hätte er sie hinter sich gehabt.
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