US-Präsident in Japan Trump steigt in den Ring

Im Handelskrieg mit Peking hat Donald Trump zuletzt nachgelegt. Nun besucht der US-Präsident Chinas Rivalen Japan, um über Handel zu sprechen - und eine japanische Tradition zu feiern.

US-Präsident Donald Trump und Japans Premier Shinzo Abe: Autozölle auf der Agenda
Frank Robichon/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump und Japans Premier Shinzo Abe: Autozölle auf der Agenda

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Sumo hat Donald Trump schon immer fasziniert, das sagte der US-Präsident vor wenigen Wochen. Nun kann er diese Faszination bei seinem mehrtägigen Besuch in Japan ausleben: Trump wird am kommenden Sonntag in der Sporthalle Rygoku Kokugikan in Tokio beim großen Sommerturnier der traditionellen japanischen Sportart dabei sein.

Im Anschluss an das Finale, das er zusammen mit seiner Frau Melania anschaut, soll er selbst noch einen Pokal überreichen - und steigt dafür in den Ring. Den Pokal, der von japanischen Medien längst Trump Cup genannt wird, ließ der US-Präsident extra anfertigen.

Die berühmte Sumo-Halle in der Präfektur Tokio
Getty Images

Die berühmte Sumo-Halle in der Präfektur Tokio

Es ist nicht der einzige Termin, bei dem Japans Ministerpräsident Shinzo Abe versuchen wird, seinen Gast bis zum kommenden Dienstag bei Laune zu halten. Die beiden werden vermutlich auch eine Runde Golf spielen, wie sie es etwa schon im November 2017 in der Nähe von Tokio taten.

Die Beziehung zwischen Abe und Trump ist vorbelastet. Nach seinem Amtsantritt stieg Trump aus den Verhandlungen zum Transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) aus, an dem neben den USA und Japan noch zehn weitere Staaten teilnehmen sollten. Die rechtsnationale Regierung von Abe wollte mit diesem Abkommen den alten Rivalen China außen vor lassen. Letztlich blieb Abe nichts anderes übrig, als das Abkommen mit den verbliebenen Staaten abzuschließen - ohne den engen Verbündeten USA.

Trump und Abe 2017 auf dem Golfplatz
AFP

Trump und Abe 2017 auf dem Golfplatz

Um China wird es oft gehen bei diesem Besuch. Mit der Volksrepublik hatte der US-Präsident im vergangenen Jahr einen Handelskrieg angezettelt, der sich weiter zuspitzt. Erst vor wenigen Wochen verhängte Trump neue Zölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar. Die Auswirkungen könnten erheblich sein: Organisationen wie der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank gehen inzwischen davon aus, dass die eskalierenden Konflikte die Weltwirtschaft lähmen werden.

Trump wird vom neuen Kaiser empfangen

Auch in Japan hat sich Trump neue Feinde gemacht, als er androhte, Strafzölle auf Auto-Importe aus der Europäischen Union und Japan zu verhängen. Aus Japan werden jedes Jahr etwa 1,7 Millionen Fahrzeuge in die USA eingeführt. Erst wenige Tage vor seinem Tokio-Trip verkündete Trump, eine Entscheidung über die Zölle doch noch ein halbes Jahr aufschieben zu wollen. Die Sorgen bei den japanischen Autobauern dürften damit nicht kleiner geworden sein. Toyota wertete die Drohungen nach eigenen Angaben als Zeichen, in den USA nicht erwünscht zu sein.

Der Trump-Trip nach Tokio soll den Ärger wieder vergessen machen. Bei seinem dreitägigen Besuch wird dem US-Präsidenten eine weitere Ehre zuteil: Als erster ausländischer Staatsgast wird er von dem neuen japanischen Kaiser Naruhito empfangen. Er hatte den Thron erst im Mai von seinem Vater Akihito übernommen, der abgedankt hatte. Der Empfang für Trump sei ein Symbol für die unerschütterliche Allianz beider Staaten, erklärte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga.

Auf diese Allianz mit den USA ist Abe gerade in diesen Zeiten angewiesen. Nach Informationen der "Japan Times" werden die beiden Politiker einen Marinestützpunkt in der Nähe von Tokio besuchen und dort einen neuen Hubschrauberträger begutachten. In dem Bericht wird eine anonyme Regierungsquelle zitiert, wonach der Besuch "eine Botschaft nach China senden" solle. Die Volksrepublik baut im Zuge des gigantischen Infrastrukturprojekts "Neue Seidenstraße" derzeit die maritimen Routen und die Flottenstärke der Marine massiv aus (mehr dazu lesen Sie hier). Die USA halten mit Stützpunkten in japanischem und südkoreanischem Gebiet dagegen.

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Doch nicht nur die militärischen Drohgebärden, auch der Handelskrieg zwischen den USA und China sorgt in Japan für Anspannung. "Ich hoffe sehr, dass die USA und China am Ende zu einer rationalen Lösung kommen", sagte Abe. Dafür sollten sich beide Staaten an internationale Regeln halten. Im Juni wird Japan zum ersten Mal den Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ausrichten. Auch dafür will Abe Trump offenbar bei Laune halten: Der Gipfel in Osaka soll nicht ohne den US-Präsidenten stattfinden.

Die Bilder vom Sumoturnier dürften sich bestens eignen, um Trump als Japan-affin zu inszenieren. Vor ihm hatte schon einmal ein Staatsgast Pokale an Sumoringer verteilt: der ehemalige französische Präsident Jacques Chirac. Eine Tradition wurde daraus aber nicht, im Gegenteil: Sein Nachfolger Nicolas Sarkozy nannte den Sport einen "Wettkampf zwischen zwei fetten Männern" und "wohl kaum etwas für Intellektuelle".



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
postmaterialist2011 25.05.2019
1. Clever !
Die Japaner sind politisch so träge und ignorant, dass es bestimmt keinerlei "Anti-Trump" Demos wie in Europa geben wird. Es werden die "Trump-Festspiele" werden und der sowieso wenig intellektuelle und schwache Premierminister Abe wird zu allem lächeln und nicken. Und zuhause werden die Trumpanhänger bestärkt was für ein toller Hecht ihr Präsident doch ist.
n.strohm 25.05.2019
2. Trump
möchte bestimmt beim zweit-größten Schuldner der USA nachfragen und bitten, dass Japan - das selbst am höchsten verschultet ist in der Welt - beim kommenden G20 Gipfel nicht schwach wird und anfängt seine Dollars zu verkaufen. Für die USA steht doch zu befürchten, dass China Schuldverschreibungen nicht weiter aufstockt und eher beginnt diese zu verkaufen -ähnlich wie Putin- und es dann zu steigenden Zinsen für die USA kommen wird Das würde die USA noch weiter in die Verschuldung treiben. Ich unterstelle mal Trump kapiert das und wird nicht nur zum Sumo-Ringen schauen und zum Golfen nach Japan fahren
hwmueller 25.05.2019
3. In all dem sehe ich Europa,
wie es der roten Laterne des Zuges gen Osten hinterherschaut. Die Wirtschaft braucht Freunde, um Geschäfte zu machen. Trump macht sich Feinde, um sein Land zu schützen. Er geht dabei brachial vor und wird als Sieger vom Platz gehen. Und das ist ärgerlich genug.
jruhe 25.05.2019
4. In welcher Gewichtsklasse wird er in den Ring steigen?
Werden die ausgiebigen Mahlzeiten von guten, amerikanischen Burgern des stabilen Genies bestehen können gegen Unmengen von Nudelsuppen und Sashimi?
ex_berliner 25.05.2019
5. Frühschoppen? Es ist doch noch gar nicht Sonntag.
Zitat von hwmuellerwie es der roten Laterne des Zuges gen Osten hinterherschaut. Die Wirtschaft braucht Freunde, um Geschäfte zu machen. Trump macht sich Feinde, um sein Land zu schützen. Er geht dabei brachial vor und wird als Sieger vom Platz gehen. Und das ist ärgerlich genug.
Dieser Beitrag ergibt ueberhaupt keinen Sinn. Wenn die Wirtschaft Freunde braucht, Trump aber Feinde macht, wie geht er dann als Sieger vom Platz?
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