USA Repräsentantenhaus verurteilt Trumps Attacke gegen Demokratinnen

Die Äußerungen des US-Präsidenten über vier Demokratinnen sind rassistisch, heißt es in einer Resolution, für die das Repräsentantenhaus nun gestimmt hat. Auch Abgeordnete aus Donald Trumps Partei votierten dafür.

Donald Trump im Weißen Haus: Auch vier Abgeordnete seiner eigenen Partei stimmten nun für die Resolution
Alex Brandon/ AP

Donald Trump im Weißen Haus: Auch vier Abgeordnete seiner eigenen Partei stimmten nun für die Resolution


Das von den Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat die als rassistisch kritisierten Attacken von Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete verurteilt. 240 Abgeordnete stimmten für eine entsprechende Resolution, darunter vier Republikaner sowie der unabhängige Abgeordnete Justin Amash, der die Partei vor Kurzem verlassen hat. 187 Abgeordnete votierten dagegen.

In der nicht bindenden Resolution heißt es unter anderem, Trumps "rassistische Bemerkungen" hätten Hass auf Menschen mit ausländischen Wurzeln und anderer Hautfarbe legitimiert und verstärkt.

Trump hatte zunächst am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. Seither legte er mehrfach nach - und wies zugleich Rassismusvorwürfe von sich.

Trump spielte unmissverständlich auf eine Gruppe von vier demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an: Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Ayanna Pressley und Rashida Tlaib. Drei von ihnen sind in den USA geboren. Die Vorfahren von Ocasio-Cortez stammen aus Puerto Rico, einem US-Überseegebiet. Tlaib hat palästinensische Wurzeln und Pressley ist Afroamerikanerin. Omar floh als Kind aus Somalia, kam als Flüchtling in die USA und wurde dort schon als Teenager eingebürgert

Die vier Politikerinnen äußerten sich am Montag gemeinsam bei einer Pressekonferenz zu Trumps Kommentaren - und griffen den Präsidenten scharf an.

Video zu Trumps Attacken auf US-Demokratinnen

J. Scott Applewhite/ AP

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte die Republikaner im Vorfeld der Abstimmung in einer Rede dazu aufgefordert, die Erklärung zu unterstützen und die "rassistischen Tweets des Präsidenten zu verurteilen".

Der republikanische Abgeordnete Doug Collins wollte daraufhin erreichen, dass Pelosis Bemerkungen über Trump aus dem Protokoll gestrichen werden. Er argumentierte, sie verstießen gegen die Regeln des Repräsentantenhauses. Daraufhin kam es zu Chaos, weil beide Seiten sich ein Hin und Her über Verfahrensfragen lieferten. Die Abstimmung verzögerte sich.

Die Parteiführung der Republikaner hatte zuvor zu Trumps Bemerkungen geschwiegen und sich am Dienstag hinter ihn gestellt. Der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, rief alle Seiten dazu auf, sich im Ton zurückzuhalten. Die Rhetorik im gesamten politischen Spektrum sei hitzig, der Ton sei nicht gut für das Land, sagte er. Mehrfachen Nachfragen, ob Trumps Tweets rassistisch seien, wich McConnell aus. Er sagte aber, der Präsident sei kein Rassist.

Trump selbst hat die Vorwürfe ebenfalls von sich gewiesen. Seine Nachrichten seien nicht rassistisch gewesen, schrieb er am Dienstag auf Twitter. Er trage keinen Funken Rassismus in sich.

aar/AFP/dpa

insgesamt 50 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sozialismusfürreiche 17.07.2019
1. Der Mann ist ...
Der Mann ist menschlich unterste Schublade. Ihn juckt es nicht u d sei e Anhänger finden es toll. Zu was macht das seine Anhänger? Gibt es noch eine Schublade unter der menschlich Untersten?
friedhelm.komossa 17.07.2019
2. Als Präsident einfach unerträglich ...
Vergleichbare Situation in Deutschland: Angela Merkel ärgert sich über irgendeine Äußerung des Abgeordneten Cem Özdemir und wirft ihm deratige Ungeheuerlichkeiten an den Kopf, wie das Donald Trump mit den dunkelhäutigen Demokratinnen getan hat. Oder ihre designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer täte dies ... oder deren Rivale Friedrich Merz ... absolut unvorstellbar! Ich frage mich, ob die "Amerikanische Öffentlichkeit" vom Niveau her wirklich schon so tief gesunken ist, daß sie einen "Präsidenten" mit derart abscheulichen Manieren noch erträgt und - viel schlimmer - vielleicht sogar wiederwählen wird. Damit macht sich die gesamte USA zum Gespött der Weltöffentlichkeit!
simonlange 17.07.2019
3. Rassismus
Wer die Rassismus Karte zückt hat im Regelfall keine intellektuelle Munition und versucht mit offenkundig schwachsinnigen Rassismus Vorwürfen emotional zu punkten. Was hat Trump gesagt: Nun, in keinen einzigen Statement hat Trump von der Rasse irgendwelcher Menschen gesprochen. Die Demokraten taten es, der SPIEGEL tat es. Trump? Fehlanzeige. Trump hat auch mit keiner einzigen Silbe von irgendwelchen Hautfarben gesprochen. Niemand. Naja, doch. Die Demokraten, der SPIEGEL. Trump? Sorry, Fehlanzeige. Trump sprach von Personen die offenkundig nicht in der amerikanischen Kultur angekommen sind und auch nicht ankommen wollen. Die nachweislich die USA hassen, ablehnen und deren Kultur verachten. Angefangen von der Verfassung. Da diese Personen aber trotzdem gleichzeitig gerne sich von Steuermitteln aushalten lassen, hat Trump darauf gemünzt gesagt dass diese Personen ja gerne dort hingehen können wo sie "herkamen". Ja, das war streng genommen nicht akkurat. Denn obgleich er keine Namen nannte, war jedem Beobachter klar wer gemeint war. Die "Ladies" die übrigens erst Tage vorher Pelosi "Rasismus" vorgewofen hatten. Allen voran das von SPIEGEL benannte "Talent" AOC, welches hauptsächlich in letzter Zeit durch "alternative Fakten", Holocaust-Relativierung, wenig Wissen über amerikanisches Einwanderungsrecht und die regelmäßig bei der Verbreitung von (selbst produzierten) Fake-News erwischt wird. Eine andere dieser Damen ist eine bekennende Antisemitin (kein Wunder das sie dem SPIEGEL gefällt) und außerdem bekennende Islamistin und "pinkelt" auch gerne mal öffentlich auf die Opfer von 9/11. Die "Dame" weiß wie man sich in der amerikanischen Öffentlichkeit Freunde macht. Dann wäre da noch eine Dame die sich selbst nicht als Amerikanerin betrachtet (Ja sie ist in den USA geboren und ist Staatsbürgerin), sondern sich öffentlich zu Palästina bekennt und gleichzeitig die USA hasst. Viele viele gute Gründe warum ein US Präsident solche Congress-Women eher abstossend findet und ihnen völlig zu Recht rät sie könnten ja dort hingehen "wo sie herkommen" bzw. wo sie es so kuschelig und schön finden, also im islamischen Staat oder in Gaza. Darüber kann man gerne streiten in einer Demokratie. Aber was hier nicht vorhanden ist, ist Rassismus, denn es geht ganz klar um die Handlungen und Statement dieser sogenannten "Damen". Wer da also automatisch auf die Hautfarbe dieser "Damen" abzielt und Trump "Rassismus" unterstellt, der ist hochwahrscheinlich selbst von "rassistischen" Denkmustern geprägt, denn einem NICHT-weißen Präsidenten (zB Obama) wurden derartige Unterstellungen nicht gemacht. Außerdem unterschlägt der SPIEGEL dass bei den Demokraten durchaus auch einige die Aussagen von Trump teilen. Insbesondere bezüglich AOC ist in den letzten zwei Wochen wieder viel los gewesen. m2c
Afro-Mzungu 17.07.2019
4.
"Er trage keinen Funken Rassismus in sich." Ja, so muss es sein. Der Witz kommt am Ende, lauter Lacher garantiert. Danke.
InternetResearchAgency 17.07.2019
5. Häuptling Gespaltene Zunge
Phänomenal, wie er dieses Spiel der widersprüchlichen Botschaften spielt... und damit durchkommt! Solche Menschen (davon gibt's ja auch bei uns genug) sind einfach nur Abschaum.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.