Wichtiger Stimmungstest Trumps Republikaner kassieren bittere Niederlage in Kentucky

Kentucky gilt als stramm konservativ, 2016 gewann Donald Trump haushoch: Doch bei der Gouverneurswahl triumphierte nun ein Demokrat. Auch in anderen Bundesstaaten lief es unerwartet schlecht für die Republikaner.


Noch am Abend vor der Wahl hatte Donald Trump auf einer Bühne in Lexington gestanden und für Matt Bevin geworben. Zugleich schickte der US-Präsident eine Warnung mit. Der Amtsinhaber solle bei Kentuckys Gouverneurswahl am Dienstag bloß nicht verlieren. Denn das, so Trump, würde "ein wirklich schlechtes Signal" über die Grenzen des Südstaats hinaus senden. Nun sieht es genau danach aus: Bevin liegt nach Auszählung aller Wahlkreise mehr als 5000 Stimmen hinter dem demokratischen Herausforderer Andy Beshear.

Der Republikaner Bevin weigert sich zwar noch, die Niederlage einzugestehen - dafür sei das Resultat zu knapp. Zudem erwähnte er angebliche "Ungereimtheiten", ohne konkreter zu werden. Doch schon jetzt dürfte klar sein: Dieser Wahldienstag ist eine herbe Schlappe für die Republikaner und den Präsidenten. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatte Trump in Kentucky mit rund 30 Prozentpunkten vorn gelegen.

Rund ein Jahr vor der nächsten Wahl für das Weiße Haus wurde dieser Mini-Super-Tuesday als Stimmungsbild für die kommenden Monate voller Wahlkampftermine gewertet.

Auch wenn das Resultat nicht zuletzt mit Bevins miserablen Beliebtheitswerten zu tun haben dürfte: Schönreden können die Republikaner es kaum. Was nicht heißen soll, dass es das Trump-Lager nicht umgehend versuchte. Der Präsident habe Bevin "beinahe über die Ziellinie geschleppt", erklärte Trumps Wahlkampfmanager. Trump selbst spekulierte bei Twitter, die Medien würden bestimmt ihm die Schuld für die Niederlage geben.

Wackelt im kommenden Jahr ein Star der Republikaner?

Tatsächlich hatte Bevin im Wahlkampf voll auf Trumps Strahlkraft gesetzt. 2020 steht in Kentucky der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, zur Wiederwahl - der eine oder andere Demokrat dürfte das aktuelle Ergebnis in diesem Zusammenhang wohl als positives Signal werten.

Trump und McConnell in Lexington, Kentucky
Yuri Gripas/ REUTERS

Trump und McConnell in Lexington, Kentucky

In Virginia konnten die Demokraten einen weiteren Erfolg feiern. Dort halten sie nun beide Kammern des Parlaments - zum ersten Mal seit 1994. Trump selbst hatte den Staat trotz der Nähe zu Washington, D.C., gemieden. Virginia konnte er als einzigen der Südstaaten 2016 nicht für sich entscheiden, auch die lokalen Vertreter seiner Partei dürften auf seine Unterstützung gern verzichtet haben. Vor allem in den Vororten konnten die Demokraten laut ersten Wahlanalysen große Gewinne verbuchen.

Bei der Gouverneurswahl in Mississippi immerhin zeichnet sich ein klarer Erfolg für Trumps Republikaner ab: Tate Reeves liegt dort kurz vor Ende der Auszählung uneinholbar vor seinem demokratischen Herausforderer Jim Hood.

jok/Reuters

insgesamt 124 Beiträge
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ronald1952 06.11.2019
1. Es wäre doch zu
Hoffen ,dass die Amerikaner endlich aufwachen und sehen was die Republikaner und besonderst ein Herr Trump aus dem Land gemacht haben, National und International. Es sollte längstens an der Zeit sein die Internationale Waagschale wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es besteht also noch Hoffnung! schönen Tag noch,
fschaffer 06.11.2019
2. Das ist eine gute Nachricht
Die Nachricht von Bevins Niederlage ist sehr positiv, gerade weil Trump sich so für ihn ins Zeug gelegt hat. Zudem brachte er auch noch Senator Paul aus Kentucky dazu, im Wahlkampf allerlei unsinniges Zeugs von sich zu geben, woran er zwar wohl nicht glaubt, woran man ihn als sogenannten Libertären aber bei Gelegenheit erinnern wird. Als Signal für nächstes Jahr taugt die Gouverneurswahl allerdings nur bedingt, da zum einen Bevin zuvor nur mit knapper Mehrheit ins Amt gehievt wurde, und zum anderen persönlich weit unbeliebter ist als seine Partei.
Paul Lenz 06.11.2019
3. Geschehen doch noch Wunder?
Ich war bislang der Überzeugung, dass Trump wieder gewählt wird, solange er seinen Wählerauftrag weiterhin so bravourös erfüllt wie bisher: alles kaputt machen, was nur irgendwie nach "links" oder "grün" riecht. Für seine Wähler, die ihn aus Hass auf alles rote und grüne gewählt haben, wären alle anderen Themen zweitrangig. Meine Freude, mich geirrt zu haben, würde nie größer gewesen sein.
claus7447 06.11.2019
4. Guten Morgen,
Ja das sind mal gute Nachrichten um den Tag zu beginnen. Und das Donny jetzt gleich auch noch Erklärungen für eine Niederlage mitgeliefert ist bestimmt nicht darauf zurückzuführen, das er intelligenter geworden sei!
om108 06.11.2019
5. Ein Hoffnungsschimmer!
Offensichtlich wachen die Amerikaner bzw. das Wählervolk langsam auf und kapiert, dass dieser politische Underdog ständig Verrat an den amerikanischen Werten begeht und seine politische Position ausschließlich zur Durchsetzung persönlicher Interessen nutzt.
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