SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

03. August 2016, 02:48 Uhr

Nach Kritik von Top-Republikanern

Trumps Versuch einer Retourkutsche

Aus seiner eigenen Partei kamen heftige Vorwürfe, nun bemühte sich Donald Trump um positive Schlagzeilen. Doch das ging schief - auch wegen eines schreienden Babys und des Geschenks eines Irak-Veteranen.

Die Fronten zwischen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Spitzenvertretern der Partei haben sich noch einmal verhärtet. Nach der Kritik von Paul Ryan und John McCain hat nun der New Yorker Immobilienmilliardär seinerseits gegen die beiden ausgeteilt: Er kündigte an, weder den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses noch Senator McCain bei den anstehenden Wahlkampagnen zu unterstützen.

Damit, so schreibt die Zeitung "Washington Post", lässt Trump seinen "Krieg gegen die Führung seiner eigenen Partei eskalieren".

Trumps Verweigerung einer Wahlempfehlung für Ryan wirkt wie eine direkte Retourkutsche auf dessen anfängliches Zögern im Frühjahr, sich offiziell hinter den Immobilienmilliardär zu stellen. Trump nutzte nun im Interview mit der "Washington Post" fast die identischen Worte, indem er sagte, er sei "noch nicht so weit", Ryan zu unterstützen. Er bezweifelte zudem dessen Führungsqualitäten: "Ich mag Paul, aber dies sind schreckliche Zeiten für unser Land. Wir brauchen eine sehr starke Führung."

Ryans Sprecher Zack Roday teilte mit, niemand im Team habe jemals um Donald Trumps Unterstützung gebeten. Ryan tritt am Dienstag in Wisconsin in einer parteiinternen Vorwahl der Republikaner um die Kandidatur für die Kongresswahl an. Schon am Montag hatte Trump einen der Herausforderer Ryans, Paul Nehlen, bei Twitter gelobt.

Ryan und McCain - zwei der prominentesten US-Republikaner - hatten Trump zuletzt in der Affäre Khan kritisiert: Der Präsidentschaftskandidat hatte sich mehrfach abfällig über die Eltern eines getöteten US-Soldaten geäußert.

Im Video: Obama über Trump - "Der republikanische Kandidat ist nicht geeignet"

In diesem Zusammenhang appellierte US-Präsident Barack Obama am Dienstag an republikanische Führungspolitiker, Trump die Unterstützung zu entziehen. Dieser sei ungeeignet für das höchste Staatsamt und leiste sich mehr als nur den "gelegentlichen Ausrutscher". Bei Trumps Parteikollegen müsse doch einmal ein Punkt kommen, an dem sie sagten: Es reicht.

Trump und das Purple Heart - Trump und das Baby

Während Trumps beleidigende Äußerungen über die Eltern des getöteten US-Soldaten noch großes Thema sind, legte der Politiker bei einem Wahlkampfauftritt in Ashburn im US-Bundesstaat Virginia schon nach. Besonders über die folgenden zwei Situationen wird nun diskutiert:

Mehr zum Thema:

aar/dpa/AP/Reuters/AFP

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung