Meinungswechsel im US-Wahlkampf Rivale Cruz unterstützt Trump nun doch

Ted Cruz bezeichnete Trump als "pathologischen Lügner" und "völlig amoralisch" - beim Parteitag der Republikaner verweigerte er spektakulär die Unterstützung. Jetzt sage ihm sein Gewissen doch, dass man ihn wählen könne.

Donald Trump und Ted Cruz (Archivbild)
REUTERS

Donald Trump und Ted Cruz (Archivbild)


Ted Cruz, erzkonservativer US-Senator aus Texas, hat seine innerparteiliche Opposition gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump aufgegeben. Er werde bei der Wahl am 8. November für Trump stimmen, schrieb Cruz in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite am Freitag.

Der Texaner war einer der härtesten Widersacher Trumps im Vorwahlkampf. Er hatte den Milliardär als "pathologischen Lügner" und "völlig amoralisch" bezeichnet. Und noch auf dem Republikaner-Parteitag im Juni verweigerte er seinem Konkurrenten Trump Aufsehen erregend die Gefolgschaft.

Damals appellierte er an die Wähler, im November ihrem Gewissen zu folgen. "Stimmt für den Kandidaten, dem ihr vertraut, dass er unsere Freiheiten verteidigen und die Verfassung respektieren wird". Trump meinte er damit explizit nicht.

Nun habe er nach "vielen Monaten sorgfältiger Überlegung, nach Gebet und der Überprüfung meines eigenen Gewissens" doch die Entscheidung getroffen, für Trump zu stimmen, schreibt Cruz.

Seinen Meinungswechsel begründet Cruz erstens damit, dass er vergangenes Jahr versprochen habe, den republikanischen Kandidaten zu unterstützen. "Und ich habe vor, mein Versprechen zu halten."

Zweitens sei - trotz seiner geäußerten Bedenken zum Kandidaten Trump - die demokratische Kandidatin Hillary Clinton noch schlimmer: Sie sei "in keinster Weise akzeptabel", begründete Cruz seinen Schritt.

Cruz gilt als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2020, wenn Trump Clinton im November unterliegen sollte. Trump gänzlich die Gefolgschaft zu verweigern, wäre für Cruz aber hochriskant, da er in der Partei am Ende als "Königsmörder" für die Niederlage verantwortlich gemacht werden könnte. Zudem könnte auch ein netter Posten auf Cruz warten, sollte Trump die Wahl gewinnen und US-Präsident werden.

sun/dpa



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