Projekt in Moskau Trumps Anwalt nimmt Aussage zu Russlandgeschäft zurück

Seine Aussage zu Donald Trumps Russlandgeschäften hatte für Wirbel gesorgt, nun versucht Rudy Giuliani, sie zu relativieren: Er habe sich rein "hypothetisch" geäußert, sagt der Anwalt.

Rudy Giuliani
Leah Millis/REUTERS

Rudy Giuliani


Nur einen Tag nachdem er seinem Mandanten neuen Ärger eingebracht hat, rudert Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani zurück: Alles anders, seine Angaben über den US-Präsidenten und dessen Russlandgeschäfte hätten nicht den tatsächlichen Abläufen entsprochen.

Worum es geht: In einem Interview des TV-Senders NBC hatte Giuliani am Sonntag gesagt, Trump habe bis Oktober oder November 2016 mit seinem damaligen Anwalt Michael Cohen Gespräche über ein Immobilienprojekt in Moskau geführt.

Das wäre deutlich länger, als der US-Präsident bislang zugegeben hat - nämlich bis zur Präsidentschaftswahl. Cohen war im Dezember zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, unter anderem wegen seiner Falschaussagen gegenüber dem Kongress. Wahrheitswidrig hatte Cohen gegenüber den Ausschüssen ausgesagt, das Projekt in Moskau sei bereits im Januar 2016 beerdigt worden, also noch vor Beginn der republikanischen Vorwahlen.

Am Montag versuchte Giuliani nun, sein Interview zu relativieren. Seine Aussage hätte "nicht den tatsächlichen Ablauf oder die Umstände der Diskussionen" wiedergegeben. Sie sei "hypothetisch" gewesen und würde "nicht auf Gesprächen beruhen", die er mit Trump geführt habe.

Giuliani beteuerte zudem, das Projekt in Moskau sei noch "in der frühesten Phase" gewesen, und es habe nie mehr als eine unverbindliche Absichtserklärung gegeben.

Die Chronologie ist insofern brisant, als es darum geht, ob Trump in einer fortgeschrittenen Phase seines Wahlkampfes noch Geschäftsinteressen in Russland verfolgte - die wiederum seine politische Haltung gegenüber Moskau beeinflusst haben könnten.

cte/AP



insgesamt 92 Beiträge
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p-touch 22.01.2019
1. Ein Wunder
das Trump Giuliani noch nicht rausgeworfen hat. Wer braucht schon ein Rechtsanwalt der einen weiter rein reitet? Es könnte aber auch sein das Trump keinen anderen findet der sich für ihn in die Bresche werfen will.
geboren1969 22.01.2019
2. Hypothetisch
ist es trotzdem nicht mehr, dass der größte Präsident aller Zeiten mächtig Ärger bekommt. Trumps "Mannschaft" macht immer mehr den Eindruck eines aufgescheuchten Hühnerhaufens. Von Struktur ist diese US-Regierung mittlerweile meilenweit entfernt. Seit dem alle "klugen" Köpfe aus der Regierung "gefired" wurden herrscht das blanke Chaos. Auf eine Presseerklärung folgt ein Dementi, weil alles anders gemeint oder nur doppelt verneint war. Schuld ist nur die böse Presse. Nur weiter so...besser als jeder Komödienstadl. Cofefe Mr. Trump Cofefe....;-)
Kamillo 22.01.2019
3.
Der sollte vor Gericht geholt werden, damit er seine Aussage unter Eid wiederholt. Er muss wissen, was das bedeutet. Naja, gut, Manafort wusste es scheinbar auch nicht...
MiguelD.Muriana 22.01.2019
4. Er merkt erst jetzt,
dass er im falschen Boot sitzt. Rudert er oder paddelt er jetzt? Ist das ein: War auf keinen Fall zu Wahlkampfzeiten oder ein Könnte auch noch länger gewesen sein....
Alias iacta sunt 22.01.2019
5. Riecht gewaltig nach einem Hintergrundgespräch
wo DT seinem Anwalt die für beide bessere Aussagevariante erklärt hat.
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