Videobotschaft an Thanksgiving Trump ruft Amerikaner zu Einheit auf

Pünktlich zum amerikanischen Familienfeiertag hat sich Donald Trump mit einem Video an die US-Bürger gewandt: Der "verletzende Wahlkampf" sei passé. Er bete, dass die Gräben nun überwunden werden.

Donald Trump
AFP

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Am Vorabend des Thanksgiving-Feiertags hat der designierte US-Präsident Donald Trump ein Video veröffentlicht, in dem er zur Versöhnung aufruft. "Wir haben gerade einen langen und verletzenden politischen Wahlkampf hinter uns gebracht", sagt der 70-Jährige in dem knapp zweiminütigen Clip. "Die Emotionen gehen hoch, und die Anspannung wird sich nicht über Nacht legen. Das ist nichts, was schnell geht. Leider."

Er bete nun dafür, "dass wir anfangen, unsere Gräben zu überwinden und bestärkt durch ein gemeinsames Ziel als ein Land voranschreiten", sagte Trump. "Wir haben nun die Chance, gemeinsam Geschichte zu schreiben und wirklichen Wandel nach Washington zu bringen."

Trump ist derzeit mit Teilen seiner Familie in seinem Golfhotel in Florida. Thanksgiving ist neben Weihnachten der wichtigste Familienfeiertag in den USA.

Die historische, politische Kampagne sei nun vorbei, sagt Trump in die Videokamera. Nun gehe es darum, in die Zukunft zu blicken und das Vertrauen zwischen den Bürgern wiederherzustellen. "Denn wenn Amerika vereint ist, gibt es nichts, was wir nicht erreichen können. Und ich meine: überhaupt nichts."

Seine Botschaft beendet er mit den Worten: "Lassen Sie uns dankbar sein für alles, was wir haben. Lassen Sie uns mutig die neuen, spannenden Abschnitte angehen, die vor uns liegen."

Trump nominiert erstmals zwei Frauen für sein Kabinett

Vor rund zwei Wochen hatte Trump die Wahl gegen seine demokratische Rivalin Hillary Clinton gewonnen (eine Bilanz seiner Arbeit in dieser Zeit lesen Sie hier). Am Mittwoch nominierte Trump erstmals zwei Frauen für Posten in seiner Regierung. Der Senat muss beiden Personalien zustimmen.

  • Zum einen machte Trump die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, zur Uno-Botschafterin. Sie hatte im vergangenen Jahr mit der Forderung Schlagzeilen gemacht, die umstrittene Konföderierten-Flagge vom Kapitol in dem südlichen Bundesstaat zu entfernen. Haley würde im Januar auf Uno-Botschafterin Samantha Power folgen. "Sie wird uns als großartige Anführerin auf der Weltbühne vertreten", sagte Trump. Warum ihre Nominierung aus mehreren Gründen eine gute Wahl ist, lesen Sie hier.
  • Zum anderen will Trump die Unternehmerin und Philanthropin Betsy DeVos zur Bildungsministerin machen. Die 58 Jahre alte Milliardärin würde den Demokraten John King ablösen. DeVos war Vorsitzende der republikanischen Partei in Michigan und tritt seit Jahren für eine Reform des Schulsystems ein. Auf der nationalen Ebene ist sie bislang kaum in Erscheinung getreten. Trump bezeichnete sie als "brillante und leidenschaftliche Bildungsaktivistin".

aar/dpa

insgesamt 71 Beiträge
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fatherted98 24.11.2016
1. Die US Wähler...
...werden schon vor der Amtseinführung entäuscht von Trump sein. Er ist voll auf die Linie des von ihm verunglimpften Establishments eingeschwenkt...evtl. wird auch so mancher rechte Rep sich umgucken...wenn Trump liberale Gesetze einbringen wird....
observerlbg 24.11.2016
2. Entweder landet DT jetzt in der Realität....
...oder aber das absurde Lügenspiel findet seine Fortsetzung, bis DT wirklich im weißen Haus sitzt. Der Bürgerkrieg wird auf das nächsten Jahr verschoben, so oder so. Eins muss man der USA lassen: sie liefern immer 'ne spannende Show.
gunpot 24.11.2016
3. na also,
es geht doch, besonders dann, wenn man Kreide frisst. Bei der Nominierung der beiden Damen hat Trump seine Kritiker mal wieder Lügen gestraft. Was ist daran, wenn eine Bildungspolitikerin bisher nicht in Erscheinung getreten ist? Nicht viel, wenn SPON die bisherigen Tätigkeiten dieser Dame nicht kennt oder einfach ignoriert.
damalswarallesbesser 24.11.2016
4. Der Gipfel der Verlogenheit...
Erst im Wahlkampf Gräben mit dem ganz großen Bagger ziehen und dann später dafür beten, dass andere sie überwinden.
wittchen2000 24.11.2016
5. Die Geister, die er rief
LOL der Trump ist echt die größte Lachnummer seid es amerikanische Präsidenten gibt. Zuerst im Wahlkampf nichts als Skandale, unflätige Bemerkungen, aufrufe zur Gewalt, offensichtliche Lügen und Unterstellungen frechster Art, jetzt versucht er die Geister die er selbst rief wieder loszuwerden. Man kann nur hoffen dass der Typ in hohem Bogen wieder rausfliegt sobald sich dazu die Möglichkeit ergibt. Es hat sicher seine guten Seiten dass es nicht Clinton geworden ist, aber Trump ist komplett inakzeptabel, und bleibt es auch, da kann er jetzt den ganzen Tag freundlich gemusterte Kravatten tragen, das ändert daran garnichts.
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