Medienbericht Trump soll über Homophobie seines Vizes gescherzt haben

Mike Pence ist erzkonservativ, das war bekannt. In einem "New Yorker"-Artikel heißt es nun, Präsident Donald Trump habe darüber gewitzelt, dass sein Vize Homosexuelle hängen wolle.
Pence und Trump (April 2017)

Pence und Trump (April 2017)

Foto: CARLO ALLEGRI/ REUTERS

Das amerikanische Magazin "New Yorker" hat in seiner aktuellen Ausgabe ein langes Porträt über US-Vizepräsident Mike Pence veröffentlicht. In dem Text "Die Gefahr eines Präsidenten Pence" geht es unter anderem darum, wie der ultrakonservative Republikaner seine Karriere begann, wie er gemeinsam mit Donald Trump in den Wahlkampf zog, wie sie es ins Weiße Haus schafften, und wie Pence dort seitdem agiert. Für Aufregung sorgt eine Passage aus dem Artikel von Jane Meyer , in der es um die Beziehung zwischen dem US-Präsidenten und seinem Vize geht.

"Trump findet Pence großartig", zitiert das Magazin den ehemaligen Präsidentenberater Stephen Bannon. Unter Berufung auf einen langjährigen Vertrauten heißt es weiter, Trump möge es aber auch, "Pence wissen zu lassen, wer der Boss ist". Ein Mitarbeiter aus Trumps Kampagnenteam berichtete dem "New Yorker", Trump mache sich über Pences Religiosität lustig: Der US-Präsident soll demnach Personen, die gerade ein Treffen mit Pence hatten, gefragt haben, ob sie mit ihm beten mussten.

Laut zwei Quellen, die im Text namentlich nicht genannt werden, soll Trump auch Witze über die Ansichten seines Vizes zu Abtreibung und Homosexualität gemacht haben. Einmal sei das Gespräch auf die Rechte Homosexueller gekommen, dabei habe Trump auf Pence gezeigt und im Scherz gesagt: "Fragt diesen Typen nicht - er will sie alle hängen."

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Ein US-Präsident, der Witze darüber macht, dass sein Vize Homosexuelle ermorden will? Zahlreiche Medien berichten nun über diese Passage des Artikels. Die US-Bürgerrechtsorganisation "Human Rights Campaign" erklärte , da bleibe einem die Sprache weg. Chelsea Clinton schrieb  bei Twitter: "Im Jahr 2017 müssen wir unseren Präsidenten daran erinnern, dass es niemals okay ist, über den Mord von LGBTQ-Amerikanern oder anderen zu 'scherzen'."

Pence ist extrem konservativ, der 58-Jährige ist entschiedener Gegner von Abtreibungen und von gleichgeschlechtlichen Ehen. Der ehemalige Gouverneur von Indiana lehnte die Förderung von Frauenkliniken ab und warb einst für vermeintliche Therapiemodelle gegen Homosexualität. Über sich selbst sagt er: "Ich bin Christ, Konservativer und Republikaner. In dieser Reihenfolge." Anfragen des "New Yorker" für ein Interview lehnte Pence dem Magazin zufolge ab.

aar