Trotz Raketentest Trump schmeichelt seinem "Freund" Kim

Nordkorea provoziert erneut mit dem Test von Kurzstreckenraketen. Wohl ein Verstoß gegen Uno-Beschlüsse, sagt US-Präsident Trump. Aber der Diktator habe eine "schöne Vision" für sein Land.

Trump und Kim im Juni in Panmunjom: "Großartige und schöne Vision für sein Land"
Brendan Smialowski/ AFP

Trump und Kim im Juni in Panmunjom: "Großartige und schöne Vision für sein Land"


Eine Freundschaft, die scheinbar alles übersteht: Auch nach den jüngsten Raketentests des nordkoreanischen Regimes sieht US-Präsident Donald Trump keinen Verstoß gegen seine Vereinbarung mit Machthaber Kim Jong Un. Denn: Bei dem Treffen mit Kim in Singapur im Juni 2018 seien Kurzstreckenraketen nicht besprochen worden, schrieb Trump auf Twitter.

Nordkorea hat am Freitag nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste aus abgefeuert.

Womöglich würden die Tests zwar gegen Uno-Resolutionen verstoßen, gibt Trump zu. Aber: "Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass der Vorsitzende Kim eine großartige und schöne Vision für sein Land hat, und nur die Vereinigten Staaten, mit mir als Präsident, können diese Vision Wirklichkeit werden lassen", sagte Trump. Und weiter: "Er wird das Richtige tun, weil er viel zu schlau ist, es nicht zu tun, und er will seinen Freund, Präsident Trump, nicht enttäuschen."

Unruhe herrscht hingegen in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Es sei bereits der dritte Raketentest innerhalb weniger Tage gewesen, verlautete aus dem Generalstab. Südkoreas Regierung berief umgehend eine Krisensitzung ein, das Vereinigungsministerium äußerte in einer Stellungnahme "starkes Bedauern" über den neuen Raketentest.

Die Bundesregierung verurteilte die neuen Raketentests ebenfalls. Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atomwaffen getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Reaktion auf gemeinsame Militärübungen

Trump und Kim hatten sich im vergangenen Jahr darauf geeinigt, auf die vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Im Februar war ein Folge-Gipfeltreffen im vietnamesischen Hanoi allerdings ergebnislos zu Ende gegangen.

Ende Juni hatte Trump als erster Präsident der USA im Amt nordkoreanischen Boden betreten. Im geteilten Grenzort Panmunjom auf südkoreanischer Seite traf er Kim zu einem mehr als 50 Minuten dauernden Gespräch.

In der vergangenen Woche hatte Nordkorea bereits Raketen abgefeuert und dies als Reaktion auf für August geplante, gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA dargestellt. Zwei weitere Raketen am Mittwoch wurden von Pjöngjang als Test eines neuen Raketenstartsystems präsentiert, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen soll.

vks/dpa

insgesamt 16 Beiträge
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draco2007 02.08.2019
1.
Er muss seine Lüge ja aufrecht erhalten, sonst erkennen seine Wähler noch was für ein kolosaler Hochstapler Trump ist.
claus7447 02.08.2019
2. Trump will doch immer noch...
... den Friedensnobelpreis. Da muss man hartnäckig dranzubleiben. Aber er war ja immer schon ein Ilusionist. Aber der dicke Kim scheint ihm haushoch überlegen?
Taiga_Wutz 02.08.2019
3. Gimme Gimme Shock treatment
"Womöglich würden die Tests zwar gegen Uno-Resolutionen verstoßen, gibt Trump zu. Aber: "Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass der Vorsitzende Kim eine großartige und schöne Vision für sein Land hat, und nur die Vereinigten Staaten, mit mir als Präsident, können diese Vision Wirklichkeit werden lassen", sagte Trump. Und weiter: "Er wird das Richtige tun, weil er viel zu schlau ist, es nicht zu tun, und er will seinen Freund, Präsident Trump, nicht enttäuschen." Unfassbar. Einfach unfassbar. Er glaubt das tatsächlich. ICD- 10 F. 60.8 & F. 60.4.
draco2007 02.08.2019
4.
Zitat von Taiga_Wutz"Womöglich würden die Tests zwar gegen Uno-Resolutionen verstoßen, gibt Trump zu. Aber: "Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass der Vorsitzende Kim eine großartige und schöne Vision für sein Land hat, und nur die Vereinigten Staaten, mit mir als Präsident, können diese Vision Wirklichkeit werden lassen", sagte Trump. Und weiter: "Er wird das Richtige tun, weil er viel zu schlau ist, es nicht zu tun, und er will seinen Freund, Präsident Trump, nicht enttäuschen." Unfassbar. Einfach unfassbar. Er glaubt das tatsächlich. ICD- 10 F. 60.8 & F. 60.4.
F 60.2 nicht vergessen...
Taiga_Wutz 02.08.2019
5. @ draco
Jep, das stimmt. Selbst- und Fremdgefährdung liegt auch vor. Supreme Court anrufen, Beschluss beantragen. Er hält sich für den Präsidenten. Und ich bin ein berühmter Golfspieler.
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