Nordkoreas Machthaber Kim schwärmt über "ausgezeichneten" Brief von Trump

Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über Pjöngjangs Atomprogramm stocken seit Monaten. Donald Trump und Kim Jong Un schreiben sich aber offenbar weiterhin persönliche Briefe.

"Positive Entwicklung": Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei der Lektüre des Briefs von Trump
KCNA/ REUTERS

"Positive Entwicklung": Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei der Lektüre des Briefs von Trump


Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat laut Staatsmedien einen "ausgezeichneten" persönlichen Brief von US-Präsident Donald Trump erhalten. Kim wolle den "interessanten Inhalt ernsthaft prüfen", meldete die Nachrichtenagentur KCNA, ohne Details zu nennen.

Auch wann und wie der Brief übermittelt wurde, ist bislang unklar. Das Präsidialamt in Südkorea begrüßte die Korrespondenz zwischen Trump und Kim als "positive Entwicklung", die den Dialog zwischen beiden Ländern aufrechterhalten könne.

Die Berichte über die Post aus den USA erfolgt zu einem in der Region als kritisch gesehenen Zeitpunkt. Die Verhandlungen Washingtons mit der Führung in Pjöngjang über ihr Atomwaffenprogramm sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump im Februar in Vietnam festgefahren.

Trump, der mehrmals offen seine Wertschätzung für Kim geäußert hat, hofft weiterhin auf ein Einlenken des Machthabers. Kim lobte den Berichten zufolge nach dem Lesen des Briefs das politische Urteilsvermögen und den außerordentlichen Mut Trumps.

Ein weiterer "schöner Brief"

Südkoreanische Medien vermuteten, der Brief könne eine Antwort auf ein Schreiben Kims sein. Der US-Präsident hatte vor etwa zwei Wochen mitgeteilt, dass ihm Kim einen weiteren "schönen Brief" geschrieben habe. Zum Inhalt äußerte sich Trump nicht. Auf die Frage nach einem möglichen weiteren Gipfel mit Kim sagte er lediglich, es könnte dazu kommen. Konkreter wurde er nicht.

Erst vor wenigen Tagen hatte Chinas Präsident Xi Jinping bei einem Besuch in Pjöngjang die USA und Nordkorea zur Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft hoffe generell, dass beide Länder nicht nur die Gespräche fortsetzten, sondern dabei auch Ergebnisse vorlegen, sagte Xi laut dem chinesischen Sender CCTV.

Xi sagte Kim demnach auch Unterstützung dabei zu, eine Lösung für Nordkoreas eigene Sicherheitsbedenken zu finden. Xis erster Besuch in Nordkorea erfolgt in Zeiten größerer Unsicherheit in der Region. China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und gilt als Lebensader für das abgeschottete Land.

Im Video: Analyse zum Xi-Besuch in Pjöngjang

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Sowohl China als auch Nordkorea befinden sich derzeit in festgefahrenen Verhandlungen mit den USA: Peking streitet mit Washington über Strafzölle, Pjöngjang über die atomare Abrüstung und Sanktionen.

Der Besuch Xis in Nordkorea hatte Spekulationen in Südkorea verstärkt, wonach Kim und Trump bald wieder zusammenkommen könnten (mehr über die Hintergründe erfahren Sie hier). Kim Jong Un und Xi Jinping hätten bei ihren bisherigen fünf Zusammenkünften seit dem vergangenen Jahr mit Blick auf "verschiedene Probleme" Übereinstimmung erzielt, berichteten Nordkoreas Medien.

mxw/dpa

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