Trumps Schwiegersohn FBI untersucht Kushners Russland-Verbindungen

Die Russland-Untersuchungen des FBI haben Trumps engstes Umfeld erreicht. Medienberichten zufolge interessieren sich die Ermittler für die Kontakte des Präsidenten-Schwiegersohns und -Beraters zu Vertretern Moskaus.

Jared Kushner
REUTERS

Jared Kushner


Präsident Donald Trump sorgt mit seiner ersten Auslandsreise für Schlagzeilen - derweil laufen in den USA die Ermittlungen um mögliche Russland-Verbindungen seines Wahlkampfteams weiter. Wie die "Washington Post" und der TV-Sender NBC berichten, ist nun auch Jared Kushner, Schwiegersohn und einer der engsten Berater Trumps, in den Fokus der Bundespolizei FBI gerückt.

Die Ermittler gingen davon aus, dass Kushner relevante Informationen habe, hieß es in den Berichten, die sich auf mehrere nicht genannte Quellen in der US-Regierung stützen. In der "Washington Post" heißt es, die Ermittler interessierten sich für "eine Reihe von Treffen", an denen Kushner teilgenommen habe. Er soll demnach im Dezember unter anderem Gespräche mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, geführt haben sowie mit dem Mitarbeiter einer Moskauer Bank.

Laut den Medienberichten verdächtigen die Ermittler Kushner bisher aber nicht, sich strafbar gemacht zu haben. Der Anwalt des 36-Jährigen, Jamie Gorelick, sagte der "Washington Post", Kushner sei zur vollen Zusammenarbeit mit den Behörden bereit.

Kushner ist als einer seiner engsten Berater unter anderem mit dem Friedensprozess in Nahost betraut, den Beziehungen zu China, einer Strafrechtsreform und einer Erneuerung der Regierung. Die "Washington Post" hatte vergangene Woche bereits berichtet, dass eine Trump nahestehende Person das Interesse der Ermittler geweckt habe.

Comey will sich bald äußern

Mögliche Verstrickungen zwischen Russland und Trumps Team belasten dessen Präsidentschaft seit ihrem Beginn. Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Moskau aktiv, die Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen. In der FBI-Untersuchung geht es hauptsächlich um die Frage, ob es Absprachen zwischen Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Der Präsident bestreitet Absprachen mit Moskau vor seinem Amtsantritt.

Das Justizministerium setzte vergangene Woche den früheren FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler ein, der die FBI-Untersuchungen leiten soll. Der von Trump entlassene FBI-Chef James Comey will sich demnächst öffentlich äußern. Trump hatte ihn am 9. Mai gefeuert und sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe die Russland-Ermittlungen des FBI untergraben wollen.

vks/dpa/AFP



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