Videobilanz des US-Präsidenten Trumps ganz eigene Sicht auf G20

Trump mit Merkel, mit Putin, mit Xi - der US-Präsident präsentiert seine Gipfelbilanz auf Twitter als Promi-Diashow, dazu Chorgesang: "Make America Great Again". Worum es ging in Hamburg? Dazu kein Wort.


Donald Trump war beim G20-Gipfel bei den Sachthemen Handel und Klima isoliert. In der Abschlusserklärung, um die bis zum Samstagmittag gerungen wurde, fand sich am Ende die klare Aussage, dass die USA außerhalb der Gemeinschaft stehen. Der Versuch, die Amerikaner in Hamburg wieder auf den Pfad des Pariser Klimaabkommens zu führen - gescheitert.

Der US-Präsident indes präsentierte am Sonntag seine eigene Gipfelbilanz, frei von Inhalten: Dutzende Fotos reiht ein Filmchen zu einer Diashow aneinander, das auf Trumps Twitter-Kanal erschienen ist.

Trump mit Merkel, Trump mit Chinas Xi Jinping, und so weiter. Das Ganze untermalt mit Marschmusik und Gesang, der nur aus einer Textzeile besteht: "Make America Great Again" - der Slogan aus Trumps Präsidentschaftswahlkampf. Politische Analysten debattieren am Wochenende darüber, ob die internationale Isolation dem Präsidenten und seinem Land eher nützt oder schadet.

Schon am Montag aber überdeckte eine neue Skandalmeldung den weitgehend ergebnislosen G20-Ausflug des Präsidenten. Sein Sohn, Donald jr., traf eine russische Anwältin, die dem Trump-Lager im Sommer 2016 kompromittierende Informationen über die demokratische Kontrahentin Hillary Clinton anbot.

Es kam zu einem Treffen im Trump Tower, mit dabei waren Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und inzwischen Präsidentenberater, und der damalige Kampagnenchef Trumps, Paul J. Manafort. Bei dieser brisanten Nachricht interessiert die US-Medien - und vermutlich auch das Weiße Haus - der Hamburger Gipfel nicht mehr all zu sehr.

cht



insgesamt 69 Beiträge
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rrkk 10.07.2017
1. 1 Textzeile?
Mal abgesehen von der erschreckenden Infantilität dieses Diashow: ich zähle fünf unterschiedliche Textzeilen, nicht eine. Journalistische Qualität geht irgendwie anders ...
wachsame 10.07.2017
2. irre tweets
ich folge ihm jetzt auf twitter, weil ich mir bisher nicht vorstellen konnte, dass jemand so tickt. Es ist erschreckend.
spontanistin 10.07.2017
3. Wenn einer eine Reise tut, ...!
Ja was erwartet denn der gemeine Wähler von einem Präsidenten, der noch nie durch intellektuelle Tiefgründigkeit aufgefallen ist, sondern im Gegenteil seine Berühmtheit dem flachsten Showbusiness zu verdanken hat? Und was gibt bessere Gelegenheit zur Selbstinszenierung als ein solches Gipfeltreffen, das ja genau diesen Regeln der Massenmedien-Propaganda folgt und nicht ohne Grund vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen und der zum Glück gescheiterten Olympia-Bewerbung (noch so ein Show-BIZ-Event für die Berufsplitiker) in Hamburg zeitgerecht inszeniert wurde. Wie flach und perfide das Trump-Niveau ist, zeigt seine Parole "Make America Great again". Das versteht der einfachste Wähler. Wie auch Obama's "Yes we can!", bei dem er noch nicht einmal gezwungen war zu definieren, wen er in einer globalisierten Welt mit "we" überhaupt meint.
ulrich g 10.07.2017
4. Objektivität
Mit etwas mehr Objektivität hätte der Verfasser festgestellt, dass jeder Teilnehmer - nicht nur Trump - seine eigene Sicht der Dinge mit nach Hause nahm. Die Zusammenfassung von Frau Merkel entspricht dem sicher in den wenigsten Fällen. Das ständige Trump Bashing in den deutschen Medien nervt einfach nur noch. Es ist ein Zeugnis journalistischer Halsstarrigkeit.
skr72 10.07.2017
5. 40% der Wähler ist dies egal
diese halten weiterhin zu Trump. Solche Sachen sind ihnen nicht so wichtig, denn diese verfolgen insgeheim andere Ziele und dabei sind diese mit Trump glücklich. Da kann man schon mal ein oder zwei Augen zudrücken. Was der Rest der Welt macht ist sowieso nicht relevant, die USA sind schließlich Gods-own-Country. Die USA werden ihr Rassismus-Problem nie los werden. Das ist die eigentliche Motivation der rechten Hater und das kann sehr böse enden. Der Ausgang eines offenen Rassenkampfes ist meines erachtens völlig offen. Ich denke aber, dass dann, wie in Süd- und Mittelamerika bereits größtenteils geschehen, die Drogen-Mafia diesen für sich entscheiden wird. Diese sind, durch die schlaue Drogenpolitik bestens finanziert und vernetzt, seid 50 Jahren im Felde unbesiegt, weltweit.
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