Während Japanbesuch Sollte die USS "McCain" vor Trump verborgen werden?

John McCain war ein großer Kritiker von Trump. Nun berichten mehrere Quellen, dass ein nach dem verstorbenen Senator benanntes Kriegsschiff dem US-Präsidenten während seines Japanbesuchs nicht unter die Augen kommen sollte.
USS "McCain": Benannt ist der Zerstörer nach dem verstorbenen Trump-Kritiker John McCain

USS "McCain": Benannt ist der Zerstörer nach dem verstorbenen Trump-Kritiker John McCain

Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFP

Vier Tage war US-Präsident Donald Trump in Japan. Zum Abschluss seines Staatsbesuchs inspizierte er ein japanisches Kriegsschiff und besuchte den US-Flugzeugträger USS "Wasp". Ein anderes Kriegsschiff der US-Navy, das sich ganz in der Nähe befindet, sollte der Präsident Berichten zufolge jedoch nicht zu sehen bekommen.

Wie unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, soll das Weiße Haus Verantwortliche der Navy dazu angewiesen haben, den Zerstörer USS "McCain" aus dem Sichtfeld des Präsidenten zu bringen. Zitiert werden dabei drei US-Offizielle, die nicht namentlich genannt werden wollen.

Demnach habe es zunächst eine E-Mail von einem Beamten des US-Kommandos für den indopazifischen Raum an Vertreter der Navy und der Air Force gegeben. Darin soll es um die Ankunft des Präsidenten in Japan gegangen sein. Unter anderem habe das Schreiben Anweisungen zu Hubschrauberlandeplätzen und den Vorbereitungen auf dem Flugzeugträger USS "Wasp" enthalten, auf dem eine Rede von Trump geplant war.

Dann sei eine weitere E-Mail gefolgt. "Die USS 'McCain' muss außer Sichtweite sein", heißt es demnach darin. Das Schreiben liegt eigenen Angaben zufolge sowohl dem "Wall Street Journal" als auch der Nachrichtenagentur AP vor.

Plane über dem Namenszug

Dem "Wall Street Journal" zufolge wurde der Namenszug der USS "McCain" dann während Trumps Besuch mit einer Plane abgehängt. Offiziell dementierte die US-Navy das. Die Plane sei wegen Instandhaltungsarbeiten vor dem Besuch aufgehängt worden, als Trump eintraf, habe man sie jedoch entfernt. "Die Navy ist stolz auf dieses Schiff, die Crew, den Namensgeber und das Erbe", twitterte Konteradmiral Charlie Brown.

Ebenfalls sollen dem Bericht nach Matrosen der USS "McCain" den Tag des Präsidentenbesuchs freibekommen haben. Teil ihrer Uniform ist üblicherweise eine Kopfbedeckung mit dem Namen des Schiffes. Die Navy bestritt auch das. Viele Matrosen seien wegen des langen Wochenendes nicht vor Ort gewesen, heißt es.

Eisiges Verhältnis zu John McCain

Der verstorbene John McCain zählte zu einem der größten Kritiker des Präsidenten. Das Verhältnis zwischen Trump und ihm war bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr eisig. Auf ausdrücklichen Wunsch der Familie blieb der Präsident der Beerdigung des einstigen Senators von Arizona fern. Die "USS McCain" war ursprünglich nach dem Vater und Großvater des Senators benannt. Beide waren Admirale. Mit einem Festakt im japanischen Yokosuka wurde am 12. Juli 2018 der Senator zum dritten Schiffspatron ernannt.

Trump selbst hat bereits auf die Berichte reagiert. Er habe keine Informationen über irgendetwas im Zusammenhang mit der USS "McCain" und seinem Besuch in Japan gehabt, twitterte er.

Und auch die Tochter des verstorbenen McCain hat die Berichte kommentiert. Ebenfalls auf Twitter schrieb sie, Trump werde "sich immer bedroht fühlen von der Größe des unglaublichen Lebens meines Vaters."

asc/Reuters /AP
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