Donald Trump Spende versprochen, Versprechen gebrochen

Donald Trump behauptet, große Teile seines Vermögens gespendet zu haben. Die "Washington Post" fand heraus: Der Geschäftsmann verspricht viel. Nur zahlt er meist nicht.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: JOHN GURZINSKI/ AFP

Donald Trump ist ein schwerreicher Geschäftsmann, das zumindest sagt er über sich. Ihm gehören Luxusimmobilien und eine gewisse Anzahl an Golfplätzen in aller Welt - doch seine Steuerbescheide gibt er nicht heraus.

Neben seinem zur Schau gestellten Reichtum fällt auf, wie sich Trump als Wohltäter inszeniert, der sein Vermögen mit Bedürftigen teilt. Wie David A. Fahrenthold, Reporter der "Washington Post",   jedoch herausfand, ist der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Trump lediglich ein Mann großer Worte, wenn es um Spenden geht. Taten folgen vergleichsweise selten.

Trump versprach Millionen-Beträge, die er schuldig blieb

Die Zeitung konnte insgesamt nur 7,8 Millionen Dollar, gegeben aus Trumps eigener Tasche, seit den frühen Achtzigerjahren nachvollziehen. Wie viel er tatsächlich gab, ist mangels zugänglicher Steuerbescheide nicht zu beziffern.

Konkret versprach der Kandidat unter anderem, die Gewinne seiner unter Betrugsverdacht geratenen Privathochschule Trump University zu spenden. Außerdem wollte er sein Gehalt für die Reality-Fernsehshow "The Apprentice" abgeben. Und er versprach weiter, an Organisationen zu spenden, die von den Teilnehmern der Show "Celebrity Apprentice" ausgewählt wurden. Eine Viertelmillion-Dollar-Spende sagte er einer israelischen Veteranenorganisation zu.

Damit hätten Trumps Spenden nach "Washington Post"-Recherchen um einige Millionen Dollar höher liegen müssen - doch der Immobilien-Tycoon löste bislang keines dieser Versprechen ein.

Insgesamt fragte die "Post" bei mehr als 420 Organisationen an, für die Trump seit 2008 gespendet haben will oder deren Ehrenmitglied er war - in Funktionen, die normalerweise mit einer Spende des so Geehrten einhergehen. Die meisten Organisationen antworteten, Trump habe nie gespendet. Oder sie verweigerten die Auskunft.

Großer Nutznießer der Trump-Stiftung: Donald Trump

Im schlechten Licht erscheint auch Trumps eigene Wohltätigkeitsorganisation, die Trump Foundation. Die Stiftung erhielt seit ihrer Gründung Ende der Achtzigerjahre von Trump 5,5 Millionen Dollar, und seit 2008 überhaupt nichts mehr. Der größere Teil des Stiftungsvermögens stammt von anderen Spendern, sie gaben ihr 9,3 Millionen Dollar, belegen die Steuerunterlagen der Trump Foundation laut "Washington Post".

Ein großer Nutznießer der Stiftung soll allerdings der Unternehmer Trump selbst gewesen sein. Der größte je von der Trump-Stiftung gezahlte Betrag floss in die Renovierung eines Brunnens vor Trumps New Yorker Plaza Hotel, das er bis 1995 besaß. Die kleinste Spende, sieben Dollar, ging an die US-amerikanischen Pfadfinder. Die sieben Dollar waren 1989 fällig, um einen neuen Pfadfinder anzumelden. Ob Trumps Sohn, damals elf Jahre alt, in demselben Jahr den Pfandfindern beitrat, wollte Trump laut "Washington Post" nicht beantworten.

Im September hatte der US-Bundesstaat New York Ermittlungen gegen die Trump-Stiftung begonnen. Die Foundation soll zu einer Zeit, als es in Florida um eine mögliche Anklage gegen die Trump-University wegen Betrugs ging, 25.000 Dollar in den Wahlkampf der dortigen Staatsanwältin Pam Bondi gesteckt haben. Bondi verzichtete auf eine Anklage. Laut Stiftungsstatut sind jedoch sowohl Spenden für politische Kampagnen als auch sogenanntes "self-dealing" - also ein Vorteil für Stiftungseigner oder -mitarbeiter aus dem Stiftungsvermögen - untersagt.

Auf rund 70 Fragen der "Post" zum Thema Wohltätigkeit Trumps und zum Selbstbedienungsvorwurf antwortete die Trump-Kampagne nicht. Nach Erscheinen des Artikels am Samstag teilte die Kampagne der Zeitung mit, Trump habe "persönlich Dutzende Millionen Dollar … für wohltätige Zwecke" gegeben. Auf Nachfrage konnte die Kampagne diese Beträge nicht im Einzelnen konkretisieren.

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