Nach Trumps Amtseinführung Spitzenbeamte verlassen US-Außenministerium

Donald Trump stellt seine neue Regierung auf - und muss auf eine Reihe von Spitzendiplomaten verzichten. Offenbar soll das Außenministerium neu ausgerichtet werden.

US-Präsident Trump
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Noch vor Antritt des designierten US-Außenministers Rex Tillerson sind vier wichtige Führungspersonen des Ministeriums laut Berichten der "Washington Post" und der Nachrichtenagentur AP zurückgetreten.

Zwei ranghohe Regierungsvertreter sagten CNN, den vier Managern sei gesagt worden, dass ihre Dienste nicht länger benötigt würden. "Niemand tritt zurück oder ergreift voller Abscheu die Flucht", sagte eine der Quellen. "Hier geht es darum, dass das Weiße Haus Hausputz macht".

Personalwechsel in den Ministerien sind nach Wahlen normal. Alle politischen Beamten reichen Rücktrittsgesuche ein, und die neue Administration entscheidet dann, wer bleibt. Das Ausmaß der Abgänge überrascht nun aber. Das Ausscheiden der vier Top-Beamten wurde als größter Verlust institutionellen Wissens im State Department seit Jahrzehnten beschrieben.

Unter anderem waren sie zuständig für die Besetzung Tausender Positionen, die die US-Außenpolitik in aller Welt umsetzen. Die vier haben sowohl unter Republikanern als auch unter Demokraten gedient und praktisch alle relevanten Managementfunktionen des Ministeriums verantwortet.

Die Übergangsphase im Außenministerium gilt als besonders schwierig. Der scheidende Minister John Kerry und andere beklagten öffentlich, die Mannschaft von US-Präsident Donald Trump sei desinteressiert und suche keinen Kontakt.

Der US-Senat muss den Ex-Ölmanager Tillerson, der keine diplomatische oder politische Erfahrung hat, noch bestätigen.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet darüber hinaus einen weiteren prominenten Rücktritt: Mark Morgan, Chef der Grenzschutzbehörde, soll sich ebenfalls zurückgezogen haben. Auch hier sind die Gründe unklar.

kev/sun/AP/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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Eserwe 26.01.2017
1. Der Plan ist Chaos
US Medien berichten, dass die pro-forma Rücktrittsbriefe der vier State Department Angestellten 'akzeptiert' wurden. Was in der Realität bedeutet, dass die vier gefeuert wurden. Insbesondere klar bei Patrick Kennedy, weil der schon verlautbart hat, er hoffe im Amt zu bleiben. Der Chef hat keinerlei Erfahrungen als Diplomat, die leitende Führung gefeuert und alle Botschafter zu Rücktritt gezwugen:Chaos als Programm.
tailspin 26.01.2017
2. Freiwillige Ruecktritte?
Wer's glaubt! Dieses Ministerium hat die email Machenschaften der Clinton nach Kraeften gedeckt. Glaubt wirklich irgendjemand, die Verantwortlichen waeren unter Trump haltbar gewesen? Ich nehme an, Trump war grosszuegig und hat denen folgendes freigestellt: " You may resign yourself, or else you're fired (BTW, that looks shitty on your resume)"
klarvoraus 26.01.2017
3. Rücktritte im US-Außenministerium - schlicht und einfach
Spitzenpositionen in den Ministerien werden politisch nach parteibuch besetzt. Die Rücktreter rechnen sich keine Chancen aus. Deshalb ein letztes Mal mit dem Rücktritt den großen Auftritt suchen. Das ist schlicht und einfach.
gutmichl 26.01.2017
4. ein Wechsel ist normal
Gerade in diesem Ministerium dürften die meisten Hillary-Getreuen angestellt worden sein. Dass diese nicht weiter haltbar sein würden, war klar. Die Demokraten machen nichts anderes, wenn sie an die Macht kommen.
raro 26.01.2017
5. Kagan-Clan
Mit Viktoria Nuland ist zumindest eine in meinen Augen, Kriegstreiberin, zurückgetreten. An ihrem Beispiel sah man den Einfluss des Establischment, egal ob Demokraten oder Republikaner.
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