Grenze zu Mexiko Trump spottet über verheerende Zustände in Migrantenlagern

Unter teils unwürdigen Bedingungen harren Flüchtlinge in Auffanglagern an der US-Grenze zu Mexiko aus. Präsident Donald Trump hat eine so einfache wie zynische Lösung: Wem das nicht passe, der solle nicht kommen.

Donald Trump: Beamte an der Grenze machen "großartigen Job"
Leah Millis/REUTERS

Donald Trump: Beamte an der Grenze machen "großartigen Job"


Seit Wochen gibt es immer wieder scharfe Kritik an den Umständen in Internierungslagern für Migranten in den USA. Präsident Donald Trump hält das offenbar für überzogen und weist die Mahnungen der politischen Gegner - aber auch der eigenen Behörden - zurück.

"Viele dieser illegalen Ausländer leben jetzt viel besser als dort, wo sie herkamen, und unter viel sichereren Bedingungen", schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Sollten die Migranten unglücklich über die Zustände in den Lagern an der Grenze zu Mexiko sein, dann, so der lapidare Kommentar des Präsidenten, "sagt ihnen einfach, dass sie nicht kommen sollen. Alle Probleme gelöst!"

Die interne Aufsichtsbehörde des US-Heimatschutzministeriums hatte zuvor ein erschütterndes Bild von Lagern gezeichnet, in denen Migranten nach dem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko in die USA festgehalten werden. Nach der Inspektion von fünf solcher Einrichtungen der Grenzpolizei CBP im Rio Grande Valley warnte das Büro des Generalinspekteurs (OIG), die Lager seien gefährlich überfüllt. Erwachsene und Kinder würden häufig zu lange festgehalten. Der Bericht schilderte auch alarmierende hygienische Umstände.

Anfang der Woche konnten zudem Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus die Grenze besuchen - und ähnliche Zustände beobachten. Die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez nannte die Bedingungen vor Ort "entsetzlich". Grenzbeamte seien psychisch gewalttätig gegenüber Migrantinnen, sagte sie.

Ihre Kollegin Judy Chu berichtete, eine Frau habe ihr erzählt, ein Grenzbeamte habe der Frau gesagt, wenn sie Wasser wolle, solle sie einfach aus der Toilette trinken. Eine andere Frau leide an Epilepsie und bekäme ihre Medikamente nicht.

Zudem gab es zuletzt Berichte über Grenzüberschreitungen mancher Behördenvertreter im Internet. So sollen Beamte laut einem Bericht der "ProPublica" in einer geheimen Facebook-Gruppe Witze über den Tod von Migranten gemacht und gesagt haben, man solle Abgeordnete mit lateinamerikanischer Migrationsgeschichte mit Burritos bewerfen.

Trump bescheinigte den CBP-Mitarbeitern am Mittwoch, diese machten einen "großartigen Job". Die Grenzschützer seien keine Ärzte oder Krankenschwestern. Der republikanische Präsident machte darüber hinaus die Demokraten für die Krise an der Grenze verantwortlich. Er warf ihnen vor, sich einer Reform der Migrationsgesetze zu verweigern. Wer die Krise wirklich lösen wolle, "der sagt Migranten, dass sie nicht in unser Land kommen sollen, außer sie sind bereit, das legal zu tun".

jok/dpa



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