Trump-Sprecher Weißes Haus denkt über neue Rolle für Spicer nach

Seit Wochen wird über eine Absetzung von Donald Trumps Pressesprecher spekuliert. Nun wird offenbar konkret erwogen, Sean Spicer von seinem Posten wegzuloben - und mit anderen Aufgaben zu betrauen.

Sean Spicer (Archivbild)
REUTERS

Sean Spicer (Archivbild)


Er ist einer der prominentesten Vertreter von Donald Trumps Regierung: Sean Spicer. Der Pressesprecher fiel in den ersten sechs Monaten der Amtszeit des neuen US-Präsidenten immer wieder mit denkwürdigen Aussagen und Pressebriefings auf. Ob Spicer auch künftig die täglichen Termine mit der Presse durchführen wird, ist aber fraglich. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten, dass im Weißen Haus darüber nachgedacht wird, den 45-Jährigen auf einen höheren Posten im Kommunikationsbereich zu befördern. Er wäre damit nicht mehr mit dem Tagesgeschäft, sondern mit der strategischen Planung betraut.

Den Angaben zufolge soll Spicer bereits mit möglichen Nachfolgern gesprochen haben. Die Agenturen berufen sich auf einen hohen Regierungsmitarbeiter und drei Personen, die mit den möglichen Veränderungen vertraut sind. Eine Entscheidung sei demnach noch nicht getroffen und stehe auch nicht bevor.

Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte darüber, dass Spicer als Pressesprecher abberufen wird. Wiederholt soll Trump unzufrieden mit ihm gewesen sein. Ob die mögliche neue Rolle wirklich eine Beförderung darstellt, ist daher unklar.

Spicer hatte mehrfach für Irritationen und Spott gesorgt. Schon zu Beginn von Trumps Amtszeit hatte Spicer behauptet, Journalisten hätten falsch über die Anzahl der Zuschauer bei Trumps Vereidigung berichtet. In der TV-Sendung "Saturday Night Live" wurde er in den folgenden Wochen immer wieder von Hollywoodstar Melissa McCarthy parodiert. Im April musste sich Spicer entschuldigen, nachdem er Adolf Hitler mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad verglichen und gesagt hatte: "Nicht einmal Hitler hat Chemiewaffen eingesetzt."

Seit Ende Mai hatte Spicer zudem die Arbeit des Kommunikationsdirektors übernommen, nachdem Mike Dubke zurückgetreten war. Seitdem hatte häufig Sarah Huckabee Sanders, Spicers Stellvertreterin, die täglichen Pressebriefings übernommen.

max/Reuters/AP

insgesamt 18 Beiträge
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sven2016 20.06.2017
1.
Die beiden Pressesprecher wirken weitgehend lächerlich. Das dürfte aber nur zum Teil an den Personen liegen. Wer all den Unfug, den ihr Chef als Wahrheit, zumindest als alternative Wahrheit, verbreitet wissen will, mit ernstem Gesicht öffentlich macht, kommt eben als unehrlich rüber. An dieser Aufgabe werden noch weitere Personen scheitern. Sein Verstecken hinter dem Gebüsch war allerdings wirklich absurd für so eine Position in der Regierung.
elCaputo 20.06.2017
2. Kein Wunder!
Dass Spicer den Job nicht mehr gern machen will, ist ein offenes Geheimnis und ein Blick in sein Gesicht zeigt, wie unfassbar schwer er an seinem Amt trägt. Die einschlägigen Night-Talker witzeln schon, dass er sich in den Schlaf trinken muss, um das Ganze überhaupt noch auszuhalten. Aber wer will ernsthaft übernehmen? Wer ist selbstzerstörerisch und masochistisch genug, ihm diese undankbare Aufgabe abzunehmen, an deren Ende man nur als der größte Verlierer und Lügner (nach dem POTUS freilich) unter der Sonne gelten kann? Ein beratungsresistenter, selbstverliebter, mit Twitter-Inkontinenz gesegneter, dauerlügender, total unfähiger - eventuell sogar krimineller - altersdementen Boss mit dem Gemüt und dem Vokabular eines Fünfjährigen ist für einen halbwegs intelligenten Menschen so attraktiv wie Eric Trump für die Frauenwelt.
KingTut 20.06.2017
3. Wie der Herr .....
Eigentlich müsste Trump hoch zufrieden mit seinem amtierenden Pressesprecher sein, der seinem Herrn in Sachen Wahrheitsverdrehung und mangelnde Sensibilität bei heiklen Themen in nichts nachsteht. War es nicht Trump, der wie besessen darauf beharrte, dass seiner Amtseinführung wesentlich mehr Menschen beiwohnten, als bei der Amtseinführung von Barrack Obama, nebst vieler anderer Unwahrheiten, derer er eindeutig überführt wurde? Hier eine Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-133-luegen-seit-amtsantritt-a-1135864.html Wenn Herr Spicer es seinem Chef gleich tut, müsste dieser doch hoch zufrieden mit den Leistungen seines Pressesprechers sein.
vonschnitzler 20.06.2017
4. Er könnt zu Saturday Night Life wechseln
Melissa McCarthy will ja vielleicht auch mal Urlaub machen...
reflektiert_ist_besser 20.06.2017
5. Comical Spicer ...
Spicer hatte doch vor Jahren schon eine passende Anstellung gefunden, warum ist er nicht Osterhase geblieben. Jetzt macht er ganz auf Comedian. Wobei ich zugeben muss, die zusammenhanglosen Gedankensprünge von Trumpeltier muss man auch erstmal sinnvoll erklären können.
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