Rede über Streitkräfte zum Unabhängigkeitstag "Sie nahmen die Flughäfen in Besitz" - im 18. Jahrhundert

Am 4. Juli lobte US-Präsident Trump das amerikanische Militär. Im Unabhängigkeitskrieg hätte es siegreich gekämpft gegen die Briten - auch gegen ihre Airports. Wohlgemerkt: Er sprach über das Jahr 1775.

Donald Trump spricht am 4. Juli
AL DRAGO/POOL/EPA-EFE/REX

Donald Trump spricht am 4. Juli


Zum Unabhängigkeitstag feierte US-Präsident Donald Trump in Washington die Streitkräfte mit einer martialischen Show und einer Rede über die Macht des Militärs. Dabei erwähnte er besondere Momente der amerikanischen Geschichte - einer davon kann so allerdings nicht ganz stimmen.

Trump sagte, während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs im späten 18. Jahrhundert hätten die Amerikaner die Flughäfen der Briten besetzt. "Unsere Armee (...) nahm die Flughäfen in Besitz, tat alles, was getan werden musste", sagte er im Zentrum der amerikanischen Hauptstadt. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Flughäfen. Das erste Flugzeug startete mehr als hundert Jahre später, im Jahr 1903. Es war nicht ganz klar, worauf Trump mit dieser Anmerkung hinauswollte. Seine Rede wurde vom Weißen Haus nicht veröffentlicht.

An anderer Stelle ordnete Trump die Schlacht um Fort McHenry fälschlicherweise dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu und nicht dem Britisch-Amerikanischen Krieg einige Jahre später.

Der US-Präsident hatte die Geschichte der USA und ihre Streitkräfte ins Zentrum der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli gerückt. Er hielt sich bei seiner einstündigen Ansprache offenbar an einen Text, den er von einem Teleprompter ablas.

Fotostrecke

9  Bilder
Trumps Rede zum 4. Juli: Regen, Kampfjets, Patriotismus

Sowohl die große Militärshow in der Hauptstadt Washington als auch der Auftritt des US-Präsidenten bei dem Volksfest am zentralen Lincoln Memorial brachen mit der bisherigen Praxis politischer Zurückhaltung an jenem Feiertag. Politiker der oppositionellen Demokraten warfen Trump vor, sich 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl auf Kosten der Steuerzahler in Szene setzen zu wollen.

Auf Twitter amüsierten sich daraufhin die Nutzer, indem sie sich ebenfalls historische Details zu amerikanischen Flughäfen ausdachten. Unter dem Hashtag #revolutionarywarairportstories teilten sie ihre Ideen.

Schauspieler George Takei schrieb etwa über den New Yorker Flughafen La Guardia: "Offenbar haben wir La Guardia 1776 den Briten weggenommen und versuchen nun seit 243 Jahren, ihn zurück zu geben."

Auch die Schauspielerin Bette Midler konnte sich einen Witz nicht verkneifen.

Sie sagt, dass Trump 1812 mit ihrem Urururgroßvater wohl im selben Flieger gesessen haben müsse.

mfh/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.