Nach Brexit US-Präsident stellt Johnson umfassenden Handelsdeal in Aussicht

Am 31. Oktober will Großbritannien die EU verlassen - dann könnte das Land bilaterale Freihandelsabkommen schließen. Ein "sehr umfassendes" Angebot verspricht nun US-Präsident Trump.

Boris Johnson und Donald Trump (Archivbild von 2017)
REUTERS

Boris Johnson und Donald Trump (Archivbild von 2017)


US-Präsident Donald Trump hat dem neuen britischen Premierminister Boris Johnson den Abschluss eines "sehr umfassenden Freihandelsabkommens" in Aussicht gestellt. Bislang habe die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union ein solches Abkommen verhindert, sagte Trump nach einem Telefonat mit Johnson. Der bilaterale Handel könne deutlich ausgeweitet werden.

Freihandelsabkommen werden von der EU zentral für alle Mitgliedsstaaten vereinbart. Großbritannien wird voraussichtlich ab November kein EU-Mitglied mehr sein und kann in Zukunft dann wieder bilaterale Handelsabkommen abschließen. Trump hatte London für den Fall des Ausscheidens aus der EU schon zuvor ein Freihandelsabkommen in Aussicht gestellt.

"Ein großartiger Premierminister"

Experten sehen dies jedoch skeptisch: Das Aushandeln solcher Abkommen ist sehr langwierig, zudem hat Großbritannien deutlich weniger Verhandlungsmacht als die EU. Ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA etwa wurde nach der Wahl Trumps 2016 auf Eis gelegt.

Johnson, ein führender Brexit-Befürworter, ist seit Mittwoch als Nachfolger von Theresa May britischer Regierungschef. Trump sagte, Johnson werde "ein großartiger Premierminister sein".

tin/dpa



insgesamt 140 Beiträge
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spon-facebook-10000159648 27.07.2019
1. Es könnte funktionieren,
wenn es schnell geht. Das Aushandeln könnte sehr viel schneller gehen, wenn die Brüsseler Rahmenbedingungen keine Rolle mehr spielen und im Notfall könnte man stufenweise vorangehen. Ich bin gar nicht so sicher, ob das alles so sehr viel schlechter als mit der EU laufen wird.
freddygrant 27.07.2019
2. Ja, das wir wohl was geben!
Die Briten als wirtschafts Anhängsel der USA. Dann wird Great Britain erst richtig great. Dann werden in den USA nur noch Rolls Roycs und Jaguar auf den Highways zu sehen sein.
mercuriusstraat13 27.07.2019
3. Leere Versprechen
Trump hat u.a. zum Ziel, Europa zu schwächen (und den Rest der Welt). Tritt GB aus, hat er erstmal erreicht, was er wollte. Daher das Versprechen jetzt. Ist GB dann raus, steht GB alleine da, dann sieht er weiter. GB darf dann gerne in Europa den Handlanger machen. Aber einen fairer Deal - ha, wird es nie geben.
andre_sokolew 27.07.2019
4. Kann GB das wagen?
"Großbritannien wird voraussichtlich ab November kein EU-Mitglied mehr sein und kann in Zukunft dann wieder bilaterale Handelsabkommen abschließen." Da war doch was - ach ja, Irland als EU-Land und Nordirland als - dann - nicht EU-Land, weil zu GB gehörend. Zwei Möglichkeiten: Entweder GB verbleibt in der EU-Zollunion, dann gilt das Eingangszitat nicht, oder NoDeal-Brexit, dann wird die EU-Grenze zwischen Nordirland und Irland auch zur Zoll-Außengrenze mit der Notwendigkeit von Kontrollen des Warenverkehrs. Trump weiß das.
Ökofred 27.07.2019
5. ach.. jetzt wird alles gut!
Danke Donny, jetzt können sich die Briten ohne Deal aus der EU verabschieden und der 52. (?) Bundesstaat der USA werden! Und wir armen Resteuropäer müssen weiter in der Brüsseler Knechtung verharren! Aber vlt kann Donny dem Salvini auch so einen Deal anbieten?
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