USA-Newsblog Trump attackiert Rüstungsunternehmen - Aktie bricht ein

Das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin gerät ins Visier von Donald Trump: Der künftige US-Präsident findet das Kampfjet-Programm zu teuer - das kommt dem US-Unternehmen teuer zu stehen.

Zwei F-35 Kampfflugzeuge
DPA

Zwei F-35 Kampfflugzeuge


@@aktuell

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat das amerikanische Rüstungsunternehmen Lockheed Martin für zu hohe Kosten bei der Produktion des Kampffliegers F-35 attackiert. "Das F-35-Programm und seine Kosten sind außer Kontrolle", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. "Milliarden Dollar können und werden bei militärischen (und anderen) Anschaffungen nach dem 20. Januar gespart werden."

Die Aktien von Lockheed Martin verlor darauf hin an Wert. Im frühen Handel büßte das Unternehmen mehr als vier Prozent ein, die Aktie schloss mit einem Verlust von 2,5 Prozent. Der Konzern verlor durch den Tweet des künftigen Präsidenten damit binnen Stunden fast zwei Milliarden US-Dollar.

Das Pentagon hat 2443 Kampfjets vom Typ F-35 bestellt. Die Kosten des Programms belaufen sich Schätzungen zufolge auf etwa 400 Milliarden US-Dollar. In der Vergangenheit traten bei Tests Probleme auf. Es kam zu Verzögerungen, wodurch die Kosten stiegen.

In der vergangenen Woche hatte Trump bereits den Flugzeughersteller Boeing attackiert. Die Kosten für die neue Air Force One seien zu hoch, schrieb er auf Twitter. Der Republikaner drohte gar damit, die Bestellung der nächsten Präsidentenmaschine zu stornieren. Damals war als Reaktion ebenfalls der Aktienkurs des Unternehmens eingebrochen.

Trump soll am 20. Januar 2017 als Nachfolger von Barack Obama vereidigt werden.

@@10.00

China warnt Trump vor Kurswechsel in Taiwan-Politik

AP

Die chinesische Führung hat sich "sehr besorgt" über die Drohung des designierten US-Präsidenten Donald Trump gezeigt, mit der bisherigen Ein-China-Politik der USA zu brechen. Außenamtssprecher Geng Shuang sagte, wenn die Politik infrage gestellt werde, bedeute dies das Ende des "gesunden und stetigen Wachstums" der beiderseitigen Beziehungen.

Trump hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des US-Fernsehsenders Fox News mit dem Bruch der bisherigen Ein-China-Politik der USA gedroht, sollte Peking bei seiner Handels-, Währungs- und Außenpolitik keine Zugeständnisse machen.

Auch chinesische Staatsmedien betonten, dass die sogenannte Ein-China-Politik für die Volksrepublik "nicht verhandelbar" ist. In der Onlineausgabe der Zeitung "Global Times" hieß es, Trump wisse so wenig über Diplomatie "wie ein Kind". Wenn er in der Taiwan-Frage "offen" einen Politikwechsel einleite, müsse er sich auf einen "regelrechten Sturm" gefasst machen. China könne sich "Kräften" zuwenden, die den USA "feindlich" gesinnt seien, falls Trump offen Taiwans Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützen oder die Waffenlieferungen der USA an die Insel ausweiten sollte, warnte die Zeitung.

Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan seit 1949 als abtrünnige Provinz und droht mit einer gewaltsamen Rückeroberung. Nach ihrer Ein-China-Politik gehört Taiwan als untrennbarer Teil zu China. Als Folge fordert Peking, dass kein Land diplomatische Beziehungen zu der demokratischen Inselrepublik unterhalten darf, wenn es ein normales Verhältnis mit der Volksrepublik pflegen will.


@@05.00

Trump versus China, nächste Runde

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat die sogenannte Ein-China-Strategie seines Landes infrage gestellt. Er verstehe zwar die Politik, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. Er verstehe aber nicht, warum man sich daran halten solle, ohne der Volksrepublik Vereinbarungen auf anderen Gebieten abzuringen.

Die USA nahmen 1979 diplomatische Beziehungen zu China auf und vertreten seitdem offiziell die Ansicht, dass Taiwan ein Teil der Volksrepublik sei. Für die Staatsführung in Peking handelt es sich um eines der heikelsten Themen überhaupt. Sie betrachtet Taiwan bis heute als abtrünnige Provinz. Praktisch jeder offizielle Kontakt eines anderen Staates mit der taiwanischen Regierung trifft bei den kommunistischen Machthabern Chinas auf scharfe Kritik (mehr zu dem Konflikt lesen Sie hier).

In seinem TV-Interview kritisierte Trump die chinesische Regierung nun unter anderem auch für den Umgang mit dem Wechselkurs der Landeswährung Yuan, für das Vorgehen der Volksrepublik im Südchinesischen Meer oder für die Beziehungen zum ebenfalls kommunistischen Nordkorea.

Zudem verteidigte Trump sein Telefonat mit der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen Anfang Dezember - es war der erste derartige Kontakt zwischen einem gewählten oder einem amtierenden US-Präsidenten und einem taiwanischen Staatsoberhaupt seit fast 40 Jahren gewesen. China hatte das Gespräch kritisiert.

"Ich will nicht, dass China mir etwas vorschreibt", sagte Trump nun. Im Übrigen sei er angerufen worden, nicht umgekehrt, und es sei "ein sehr netter Anruf" gewesen.

@@03.00 Uhr

Chinesischer Außenpolitik-Experte nennt Trump "unreif"

Die Äußerungen von Donald Trump, die USA müssten nicht unbedingt an die Ein-China-Politik gebunden sein, haben in China für Aufregung gesorgt. In einer ersten Reaktion in der Zeitung "Global Times" beschrieb ein außenpolitischer Experte den neu gewählten US-Präsidenten als diplomatisch "unreif": "Deswegen müssen wir ihm klar machen, wie ernst das Problem ist und Druck auf ihn ausüben", sagte Li Haidong, Professor an der Universität für auswärtige Angelegenheiten.

"Als Unternehmer denkt er, es sei ganz normal, Geschäfte zu machen, aber er begreift nicht, dass die Taiwan-Frage kein Geschäft für China ist. Die Taiwan-Frage ist nicht verhandelbar." Li Haidong beschrieb Trump zudem als "Neuling im Umgang mit Fragen der diplomatischen und internationalen Beziehungen". Seine Kenntnis davon sei nur "sehr oberflächlich". Deswegen habe er "die Nerven, zu sagen, was immer er will".

Wie genau Druck auf Trump ausgeübt werden soll, sagte der Professor nicht. Er hob aber hervor: "Wir sollten dafür sorgen, dass er die Bedeutung und Komplexität der chinesisch-amerikanischen Beziehungen versteht und verhindern, dass er von einigen konservativen Kräften manipuliert wird."

@@02.40 Uhr

Benjamin Netanyahu: "Ich kenne Donald Trump"

REUTERS

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat in einem TV-Interview über den designierten US-Präsidenten gesprochen. "Ich kenne Donald Trump", sagte er in der CBS-Sendung "60 Minutes", "und ich denke, sein Verhalten gegenüber Israel, seine Unterstützung sind klar." Trump fühle sich dem Staat und dem jüdischen Volk sehr verbunden, "daran gibt es keinen Zweifel". Die Aussagen Netanyahus sind vor allem deshalb bemerkenswert, weil Trump wiederholt vorgeworfen wurde, Antisemitismus unter seinen Anhängern zu dulden.

Netanyahu sagte auch, er wolle mit der Trump-Regierung zusammenarbeiten, um das Atomabkommen mit Iran rückgängig zu machen. Es war unter Barack Obama verhandelt worden, der US-Präsident hatte es als großen diplomatischen Erfolg gepriesen (die einzelnen Punkte des Abkommens können Sie hier nachlesen). Netanyahu hingegen gehört zu den scharfen Kritikern des Abkommens. Er sieht die Sicherheit seines Landes durch Iran bedroht.

@@01.30 Uhr

"Saturday Night Live" macht sich über Trumps Kabinett lustig

Schon während des US-Wahlkampfes hat sich die Sketch-Show "Saturday Night Live" (SNL) mit zahlreichen Beiträgen dem Duell Trump vs. Clinton gewidmet - sehr zum Missfallen des republikanischen Kandidaten. Nach dem Wahlsieg Trumps geht die TV-Produktion natürlich weiter, und in der jüngsten Ausgabe geht es humorvoll um die Besetzung des künftigen US-Kabinetts.

Vorgestellt wird der von Trump ernannte neue Chef der "Drug Enforcement Administration" (DEA), also der Anti-Drogen-Behörde: Walter White. Bei dem fiktiven Charakter handelt es sich um den Protagonisten der TV-Serie "Breaking Bad", der vom Lehrer zum Chrystal-Meth-Koch und Drogenkönig aufsteigt. Er soll nun also den Kampf gegen Drogen vorantreiben, sagt "SNL"-Mitglied Kate McKinnon in dem Clip, in dem sie Trumps Beraterin Kellyanne Conway spielt. Walter sei ihr von Steve Bannon sehr empfohlen worden - ein Seitenhieb auf den Chefstratege des künftigen US-Präsidenten.

McKinnon übernimmt bei "SNL" auch die Rolle von Hillary Clinton. Jüngst war sie zudem als Angela Merkel zu sehen. In einem kurzen Beitrag kommentiert sie die Entscheidung des "Time"-Magazins, Trump zur "Person des Jahres" zu küren:

@@00.02 Uhr

Trump über Kritik an seinem Kabinett: "Ich mag Generäle"

AP

Im Gespräch mit dem TV-Sender Fox News hat der designierte US-Präsident Donald Trump nicht nur sein Telefonat mit der Präsidentin Taiwans verteidigt - sondern auch die Auswahl dreier Militärs für seine Regierung. "Ich mag Generäle. Ich denke, dass Generäle fantastisch sind. Sie durchlaufen Schulen und stehen dann am Ende an so etwas wie der Spitze der Pyramide. Und es ist wie ein Test. Sie haben den Lebenstest bestanden", sagte er. Außerdem habe auch sein Vorgänger Barack Obama drei Generäle nominiert.

Einen Überblick über Trumps bisherige Nominierungen für sein Kabinett finden Sie hier.

aar/sun/dpa/Reuters/AP

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