Suche nach US-Außenminister Trump trifft Ex-CIA-Chef Petraeus - und noch einmal Romney

Wer wird US-Außenminister? Donald Trump will erneut mit seinem einstigen Erzfeind Mitt Romney beraten. Zudem kursiert der Name des verurteilten Ex-Generals David Petraeus. Einfacher ist die Lage beim Gesundheitsminister.
Ex-General Petraeus im Trump Tower

Ex-General Petraeus im Trump Tower

Foto: SPENCER PLATT/ AFP

Auf seiner Suche nach einem Kandidaten für den Posten des amerikanischen Außenministers hat der designierte Präsident Donald Trump sich nun auch mit dem früheren General David Petraeus getroffen. Nach dem Gespräch an seinem New Yorker Firmensitz twitterte Trump, er sei "sehr beeindruckt".

Petraeus sprach von einem "sehr guten Treffen". Trump habe "ein großes Verständnis für die unterschiedlichen Herausforderungen" gezeigt. Der Ex-General hatte vergangene Woche in einem Interview erklärt, er stünde für einen Posten in Trumps Regierung zur Verfügung, wenn er gefragt würde. Der 64-Jährige wurde auch als möglicher Verteidigungsminister gehandelt. Als Favorit für dieses Amt gilt aber General James Mattis.

Petraeus zählt zu den prominentesten Militärs in den USA. Er war Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, der Nato-Kräfte in Afghanistan und Chef des US-Zentralkommandos. 2011 wurde Petraeus Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. Diesen Posten musste er allerdings nach einem Jahr räumen, nachdem eine außereheliche Affäre mit seiner Biografin bekannt geworden war - er hatte ihr geheime Informationen weitergegeben. 2015 wurde Petraeus wegen Geheimnisverrats zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe von 100.000 Dollar verurteilt.

Zweites Treffen mit Mitt Romney

Am Dienstag will Trump seine Gespräche über die Nominierung eines Außenministers fortsetzen. Geplant ist dabei auch ein zweites Treffen mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Gegen ihn gibt es allerdings unter Trumps engsten Beratern starke Vorbehalte, weil er im Wahlkampf zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern Trumps gezählt hatte. Zu den lautesten Romney-Gegnern gehört Kellyanne Conway, eine der einflussreichsten Trump-Beraterinnen.

Für Dienstag ist auch ein Treffen Trumps mit dem republikanischen Senator Bob Corker geplant. Er ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat. Als weiterer Anwärter für den Spitzenposten im Außenamt gilt seit Längerem New Yorks früherer Bürgermeister Rudolph Giuliani, der ein früher Unterstützer Trumps ist.

Obamacare-Gegner soll Gesundheitsminister werden

Einfacher sieht die Postenvergabe im Gesundheitsministerium aus. Trump will nach Angaben aus seiner Partei den Obamacare-Kritiker Tom Price zum Minister machen. Trump werde seine Entscheidung noch am Dienstag mitteilen, sagte ein Vertreter der Republikanischen Partei am Montag. Zuvor hatte bereits die "New York Times" über die Personalie berichtet und sich auf eine Quelle aus Trumps Übergangsteam berufen.

Tom Price im Trump Tower

Tom Price im Trump Tower

Foto: Carolyn Kaster/ AP

Price ist Abgeordneter aus dem US-Bundesstaat Georgia und gehört wie Trump selbst zu den großen Kritikern der Gesundheitsreform des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama.

Im Wahlkampf hatte Trump erklärt, er werde als Staatsoberhaupt wichtige Gesetze zurücknehmen und durch andere ersetzen, darunter die von Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherung. Das entsprechende Gesetz von 2010 hatte Trump als Desaster bezeichnet. Nach seiner Wahl sagte Trump in einem Interview, er erwäge, zumindest Teile der Gesundheitsreform zu erhalten. Trump soll am 20. Januar als Präsident vereidigt werden.

aar/AFP/dpa/Reuters
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