Handschlag mit Kim Jong Un Trump erreicht entmilitarisierte Zone in Korea

Auf die Einladung via Twitter folgt der Besuch: US-Präsident Donald Trump ist im Grenzgebiet zu Nordkorea angekommen. Dort möchte er sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen.

Vor dem Treffen ließ sich Donald Trump an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae In von einem Militärangehörigen die Grenze erklären
Susan Walsh/AP

Vor dem Treffen ließ sich Donald Trump an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae In von einem Militärangehörigen die Grenze erklären


Kur vor der geplanten Begegnung mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ist US-Präsident Donald Trump in der entmilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea eingetroffen.

Trump landete dort nach Angaben des Weißen Hauses um kurz nach 14.30 Uhr Ortszeit (7.30 Uhr MESZ) an Bord seines Regierungshubschraubers "Marine One". Anschließend wollte er Kim Jong Un an der Demarkationslinie die Hand reichen.

Möglich erscheint auch, dass Trump als erster US-Präsident im Amt nordkoreanischen Boden betritt. Beide Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen miteinander.

Vor ihrem Treffen ließ sich Trump zunächst an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae In von einem Militärangehörigen die Grenze erklären. "Es ist ein anderer Ort geworden", sagte Trump. Viel sei bereits erreicht worden. Der US-Präsident verwies darauf, dass in unmittelbarer Nähe der Grenze, die nur rund 50 Kilometer von der Metropole Seoul entfernt liegt, 35 Millionen Menschen von nordkoreanischen Waffen bedroht seien.

Trump hatte das Treffen in einer angeblich spontanen Einladung erst am Vortag via Twitter ausgesprochen. "Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier, lasst uns treffen", sagte Trump. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. "Nur Händeschütteln und Hallo sagen", sagt Trump. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkoreaführte.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong Un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen. Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer "kompletten Denuklearisierung" bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

sen/dpa/AFP/AP/Reuters

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