Trump über seinen Gast Erdogan "Ich bin ein großer Fan des Präsidenten"

"Großartige Beziehung": Donald Trump bemühte sich beim Treffen mit Recep Tayyip Erdogan demonstrativ um gute Stimmung. Immerhin zwei sehr akute Streitpunkte sprachen die Präsidenten dann aber doch noch an.

"Wir sind seit langer Zeit Freunde": Donald Trump (r.) mag Recep Tayyip Erdogan
AP Photo/ Evan Vucci

"Wir sind seit langer Zeit Freunde": Donald Trump (r.) mag Recep Tayyip Erdogan


Mitten im Konflikt mit der Türkei hat US-Präsident Donald Trump ausdrücklich das Verhältnis zu seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gewürdigt. "Wir sind seit langer Zeit Freunde, fast vom ersten Tag an", sagte Trump am Mittwoch bei einem Besuch Erdogans in Washington. "Wir verstehen das Land des jeweils anderen."

Bei der Pressekonferenz im Weißen Haus lobte Trump seinen Gast. "Ich bin ein großer Fan des Präsidenten. Wir haben eine großartige Beziehung." Das gelte sowohl für ihr persönliches Verhältnis als auch für die Beziehungen beider Länder. Trump sagte, die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die USA. Auch die Handelsbeziehungen beider Länder hätten großes Potenzial.

In Wahrheit ist das Verhältnis der USA zur Türkei derzeit gleich aus mehreren Gründen angespannt: Da wären der türkische Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems, die US-Resolution zum Völkermord an den Armeniern sowie die Militäroffensive in Nordsyrien.

Keine Lösung im Disput um Raketenabwehrsystem

Im Streit um das russische System vom Typ S-400 gibt es weiterhin keine Lösung zwischen den USA und der Türkei. Dass Ankara militärische Ausrüstung von Russland gekauft habe, habe "einige sehr ernste Herausforderungen" geschaffen, sagte Trump nach Gesprächen mit Erdogan. "Hoffentlich werden wir in der Lage sein, die Situation zu lösen."

Die USA und die Türkei wollen im Gespräch bleiben
Patrick Semansky/AP/dpa

Die USA und die Türkei wollen im Gespräch bleiben

Gespräche dazu seien geführt worden und würden auch in der Zukunft geführt, sagte Trump. Die Außenminister und die Nationalen Sicherheitsberater seien beauftragt, eine Lösung für das Problem zu finden. Erdogan sagte, die Probleme könne man nur mit Dialog überwinden.

Die Türkei hatte mit dem Rüstungsdeal im Sommer für Verärgerung beim Nato-Partner USA gesorgt. Washington befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangt. Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Nach dem Erwerb des russischen Raketenabwehrsystems schlossen die USA die Türkei zwar aus dem F-35 Programm aus. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

Kritik an der Armenien-Resolution der USA

Ein weiterer Streitpunkt ist die Armenien-Resolution des US-Repräsentantenhauses. Das bekräftigte auch Erdogan noch mal bei seinem Besuch: Die Resolution werfe einen "Schatten" auf die Beziehungen zu den USA.

Das Repräsentantenhaus hatte Ende vergangenen Monats eine Resolution verabschiedet, in der es heißt, die USA würden den Völkermord an den Armeniern anerkennen und die Tötung von 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich verurteilen.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien vor gut einem Monat hatte die Spannungen im Verhältnis mit den USA ebenfalls verschärft, sie richtet sich gegen kurdische Milizen. Die Kurden waren die wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat. Trump hatte mit der Ankündigung, US-Truppen aus der Region abzuziehen, den Weg für die Offensive freigemacht.

ptz/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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mursol 14.11.2019
1. Eigensinnige Darstellung
an diesem Treffen ist typisch manipulativ und soll ein hämisches Bild suggerieren. Erinnert eher an die BILD Zeitung. Das klappt bestimmt bei ihresgleichen vielleicht. Was hat denn Erdogan tatsächlich gesagt welche aufschlussreichen Argumente wurden den dokumentiert, kein Wort darüber hier im Spiegel Artikel . Informieren Sie die Menschen wahrhaftig dann ändert sich die Stimmung und ihre Regierung auch !
sascha_walmroth 14.11.2019
2.
Man sieht wieder deutlich das Trump nichts anderes kann als wie ein verwöhntes baby rumzubrüllen.
mursol 14.11.2019
3. 3 Punkte Klarstellung
1. Türkei bittet die NATO seit 15 Jahren um ein NATO fähiges Luftabwehrsystem kaufen zu dürfen ! Resultat ist bekannt ! 2.Türkei fordert seit 5 Jahren als direkter Nachbar von Syrien eine Schutzzone und erklärt Detailiert wie und warum ! Resultat ist bekannt auch Frau AKK. 3. Armenien Resolution , bittet die Türkei seit Jahren um eine unabhängige Wissenschaft's Kommission die diese Anschuldigungen belegt alle Länder weigern sich besonders Armenien und Frankreich!
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