Kritik am Ex-Sicherheitsberater Trump tritt gegen Bolton nach

Wenn vormals engste Berater oder Minister den Regierungszirkel verlassen, rechnet US-Präsident Trump der Öffentlichkeit gern noch einmal ihre Fehler vor. Jetzt trifft es Ex-Sicherheitsberater John Bolton.

John Bolton (l.) und Donald Trump
Leah Millis/ REUTERS

John Bolton (l.) und Donald Trump


Einen Tag nach dem Rauswurf seines Sicherheitsberaters tritt Donald Trump gegen John Bolton nach. Vor Journalisten zählte der US-Präsident auf, welche Fehler Bolton begangen habe.

So sei Bolton mit "wichtigen Mitgliedern" seiner Administration im Weißen Haus nicht gut ausgekommen, sagte Trump.

Während der Venezuelakrise habe sich Bolton unangemessen verhalten, zudem habe der Sicherheitsberater Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un brüskiert, indem er diesem mit dem "Libyen-Modell" gedroht habe, wenn er sein Atomwaffenprogramm nicht aufgebe - das nordafrikanische Land hatte seine Atomwaffen 2004 an die USA übergeben, sieben Jahre später beteiligten sich die USA an einer Nato-Mission in Libyen, die zum Sturz der Regierung von Muammar al-Gaddafi führte.

In der kommenden Woche will Trump den Nachfolger Boltons benennen. Bis dahin soll dessen bisheriger Stellvertreter Charlie Kupperman das Amt geschäftsführend übernehmen. Für den Posten kämen fünf "sehr qualifizierte" Leute infrage, gab Trump an.

Der US-Präsident hatte Bolton am Dienstag völlig überraschend entlassen. Er begründete das zunächst mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. Bolton soll auch gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen sein, dem Landsitz des US-Präsidenten.

als/Reuters



insgesamt 29 Beiträge
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haarer.15 11.09.2019
1. Der Nächste bitte ...
Was für ein schauerliches Bild, das Trump und seine Entourage derzeit abgeben. Oder gibt sich Trump mit seinem Personalkarussell der Lächerlichkeit preis ? Sicher beides. Die Fehler, die Trump seinen geschassten Mitarbeitern nachwirft, fallen ja letztlich auf ihn selbst zurück. Auch künftig wird man mit jeder Ernennung an Format und Qualifikation der Kandidaten zweifeln. Ein unterwürfiger Ja-Sager wird nicht ernstgenommen, schmückt sich nur mit dem Titel - und kann trotzdem rasch in Ungnade fallen. Nun kommt die dritte Garde ...lach. Naja, es geht in America First schlimmer zu als in Nordkorea.
glissando 11.09.2019
2. Everything Trump Touches Dies
Rick Wilson hat dieses Vorgehen Trumps mit seinem Personal perfekt in seinem Buch "Everything Trump Touches Dies" beschrieben: Am Ende bist Du raus, Deine Karriere und Dein Ruf sind dahin. Nur einer hat natürlich wieder mal keinen Fehler gemacht. Trump stellt angeblich "only the best" ein, um dann stets zu betonen, wie mieserabel seine Leute gearbeitet haben. Kommt denn da wirklich niemand auf die Idee, mal nach seiner Urteilskraft zu fragen? Dass die Bürger in den USA von dem Chaos immer noch nicht die Schnauze voll haben. Wo sind die Demos?
rechercher 11.09.2019
3. Bolton
Trump selber halte ich schon für die Personifizierung von "schlimm, schlimmer, am schlimmsten". Aber wer ist Bolton? Wer ist Bolton, der "heldenhafte" unterwüchsige Kriegstreiber, der während des Vietnamkrieges "nicht in einem Reisfeld sterben wollte", aber andere noch so gern ebendiesem Schicksal ausliefern möchte (und mit dem Irakkrieg dies auch getan hat). Grundsätzlich passen Trump und Bolton ganz gut zusammen. Mit dem Unterschied, dass Bolton noch einen Hauch widerlicher ist. Und wenn Trump ihm jetzt nachtritt, bringe ich das aller erste Mal sogar Verständnis für den aktuellen POTUS auf.
fred_m 11.09.2019
4. Etwas Statistik
Trump ist seit 33 Monaten im Amt und hat in dieser Zeit 3 Sicherheitsberater verheizt. Das ist also durchschnittlich 11 Monate pro Person. Mit noch 15 Monaten zu gehen bis zum Ende der Amtsperiode gibt das eine Uberlebenschance von deutlich weniger als 50 % für den nächsten Kandidaten . . . .
rainer82 11.09.2019
5. Trump führt Bolton vor und macht ihn lächerlich.
Er bezichtigt Bolton, ein Kriegstreiber zu sein, womit er sogar recht hat. Aber wer hat Bolton denn überhaupt in sein Amt geholt? Der Mann ist ja nicht vom Himmel gefallen, als er Trumps Sicherheitsberater wurde. Trump wollte ihn haben und trägt deswegen auch die Verantwortung für diese Personalie.
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