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22. Januar 2017, 20:24 Uhr

Zuschauerzahlen bei Vereidigung

Trump-Beraterin spricht von "alternativen Fakten"

Hunderttausende Demonstranten vermiesen Donald Trump den Start als US-Präsident. Der Republikaner schimpft, sein Sprecher bepöbelt die Medien - und seine Top-Beraterin hat nun eine ganz eigene Erklärung.

Nur einen Tag nach seiner Amtseinführung waren Hunderttausende in den USA gegen Donald Trump auf die Straße gegangen. Kein Wunder, dass das dem neuen Präsidenten nicht schmeckte. Seinen Pressesprecher ließ er am Samstag Medien bepöbeln, die berichtet hatten, dass an der Vereidigung des Republikaners in Washington vergleichsweise wenig Menschen teilgenommen hatten - weniger als bei den darauffolgenden Protesten an gleicher Stelle.

"Es wird in den Medien viel über die Verantwortung der Medien geredet, den Präsidenten rechenschaftspflichtig zu machen", sagte Trump-Sprecher Sean Spicer am Samstag. "Und ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass dies keine Einbahnstraße ist. Wir werden die Medien ebenfalls rechenschaftspflichtig machen. Das amerikanische Volk hat Besseres verdient", sagte Spicer.

Beschuldigte Medien nannten die Vorwürfe falsch und verwiesen auf Beweise, die Trumps Vorwürfe klar widerlegen würden.

Am Sonntag antwortete Kellyanne Conway, Trumps Beraterin, in einer NBC-News-Sendung auf die Frage, warum Spicer "widerlegbare falsche" Angaben zu den Zuschauerzahlen bei der Trump-Vereidigung gemacht habe: "Sie sagen, dass es eine falsche Behauptung ist, und Sean Spicer, unser Pressesprecher, hat alternative Fakten dazu vorgelegt."

Trump auf Twitter

Trump selbst äußerte sich ebenfalls am Sonntag zu den Demonstrationen. Auf Twitter schrieb er, er habe sie verfolgt, allerdings habe es doch vor Kurzem eine Wahl gegeben. "Warum haben diese Leute nicht gewählt?", fragte Trump.

Das ist nicht nur pikant, weil Trump US-weit insgesamt weniger Stimmen als seine Konkurrentin Hillary Clinton sammeln und nur dank der Besonderheiten des amerikanischen Wahlsystems gewinnen konnte.

Vor allem aber erweckte Trump mit seinem Tweet den Eindruck, als halte er Demonstrationen nach einer erfolgten Wahl grundsätzlich für sinnlos. Etwa eine Stunde später versuchte er, diesen Eindruck wieder abzuschwächen. "Friedlicher Protest ist ein Markenzeichen unserer Demokratie. Auch wenn ich nicht immer einverstanden bin, akzeptiere ich das Recht der Menschen, ihren Ansichten Ausdruck zu verleihen", schob Trump hinterher.

Zum Auftreten zahlreicher Berühmtheiten auf den Demos hatte er zuvor geschrieben: "Promis schaden der Sache sehr." Allein in verschiedenen Städten der USA hatte sich am Samstag eine siebenstellige Zahl von Menschen zum friedlichen Anti-Trump-Protest versammelt. Auch in Städten außerhalb der USA kamen Demonstranten zu Kundgebungen zusammen.

kev/dpa

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