Trump-Anwesen Mar-a-Lago Unbefugter Zutritt - verdächtige Chinesin in U-Haft

Eine Frau war auf dem Gelände von Trumps Luxusdomizil Mar-o-Lago festgenommen worden - mit Schadsoftware im Gepäck. Nun sitzt sie in U-Haft. Spionage wird ihr aber nicht vorgeworfen.

Luxusdomizil Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida
MANDEL NGAN/ AFP

Luxusdomizil Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida


Zwei chinesische Reisepässe, vier Handys, einen Laptop sowie einen Datenträger mit "schädlicher Software": Das hatte eine Frau aus China laut Gerichtsakten bei sich, als sie im Feriendomizil von US-Präsident Donald Trump festgenommen wurde. Ein Richter hat nun entschieden, dass die Verdächtige bis zu ihrem Prozess in Untersuchungshaft bleiben muss.

Eine Freilassung auf Kaution lehnte ein Richter am Montag ab, wie die Zeitung "Miami Herald" berichtete. Die 33-jährige Frau, die am 30. März festgenommen wurde, habe offenbar "schädliche" Absichten gehabt, sagte der Richter.

Er begründete die U-Haft zudem mit Fluchtgefahr. Die Vorwürfe gegen die Angeklagte seien "sehr ernst", fügte der Richter hinzu. Sie habe sich unrechtmäßig Zugang zu einem Ort verschaffen wollen, an dem sich der Präsident, seine Familie und seine Mitarbeiter tatsächlich oder möglicherweise befunden hätten. Trump hatte sich an dem Tag in einem anderen Teil der Anlage aufgehalten, um Golf zu spielen.

Verdächtig: Sie hatte keinen Badeanzug bei sich

Der Frau wird vorgeworfen, gegenüber Beamten falsche Angaben gemacht und wissentlich ein Gebäude mit Zugangsbeschränkung betreten zu haben. Spionagevorwürfe wurden nicht gegen sie erhoben.

Nachdem sie eingelassen worden war, sei die Frau von einer Mitarbeiterin des Resorts mehrfach gefragt worden, warum sie dort sei. Sie habe dann angegeben, für eine Abendveranstaltung einer Gruppe namens "United Nations Chinese American Association" zum Resort gekommen zu sein. Ein solches Event sei allerdings nicht geplant gewesen, heißt es in den Dokumenten. Auffällig sei zudem gewesen, dass sie keinen Badeanzug bei sich hatte. Die Frau wurde schließlich an einen anderen Ort auf dem Gelände gebracht, um sie ausführlicher zu befragen.

Dort habe sie gegenüber dem Secret Service dann angegeben, ihr chinesischer Freund "Charles" habe ihr durch Nachrichten in einem Onlinedienst aufgetragen, von Shanghai nach Palm Beach zu reisen, um an der Veranstaltung teilzunehmen und mit einem Familienmitglied Trumps über die chinesisch-amerikanischen Handelsbeziehungen zu sprechen. Nähere Details dazu sind nicht bekannt.

VIDEO: Mar-a-Lago, Wahnsinn unter Palmen

SPIEGEL ONLINE

vks/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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steingärtner 16.04.2019
1. Die Chinesen haben gelernt
Versuchen die doch einfach, Stuxnet auf die Spielkonsolen von Trump zu installieren, damit er immer verliert. Aber das mit den Pässen, dass müssen die noch lernen.
quantumkosh 16.04.2019
2. Das klingt...
...eigentlich eher nach einer Einzeltäterin/unabhängigen Gruppe, einer Ablenkung oder vielleicht auch einer False Flag Operation denn nach einer ernsthaften Aktion eines chinesischen Geheimdienstes. "Gründe" lassen sich ja derweil viele finden (weitere Sanktionen gegen Huawei, Handelskrieg etc.).
Trollfrühstücker 16.04.2019
3. Hätte da mal eine Frage...
Wann hatte sie beim die USB-Sticks mit Schadsoftware - beim Rein- oder beim Rausgehen?
Hukowski 16.04.2019
4. Haha
Zitat von TrollfrühstückerWann hatte sie beim die USB-Sticks mit Schadsoftware - beim Rein- oder beim Rausgehen?
Stimmt, möchte ich auch wissen :-)
frenchie3 16.04.2019
5. Ein kleiner Zutrittstest?
Oder war das Ablenkung, während die vorne erwischt wurde schlüpfte einer hinten rein? Sollte die Software seine Steuerdaten abfischen? Was da wohl noch bei rauskommt....
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